Dienstag, 16. Juli 2013

Polarkreis - wir kommen!

Wir nähern uns dem Polarkreis. Morgen Mittwoch schippern wir mit der Fähre Kilboghamn - Jektvik über diesen wichtigen Punkt. 

Mit dem Besuch des "Torghatten" begann der heutige Tag. Der Berg hat mittendrin ein grosses Loch. Der wirkliche Grund für das Loch ist viel weniger spannend als die Sagen, die sich um den Berg ranken. Entstanden ist das Loch vermutlich durch Ausspülungen vor langer, langer Zeit. Mir gefallen die Geschichten mit den Trollen viel besser. 


Impressionen vom "Torghatten"
Die heutige Etappe von Brønnøsund nach Sandnessjøen war geprägt von Meer, kahlen Felsrücken, Lichtspielen und generell eindrücklichen Landschaften. Einmal mehr, dürfen wir sagen. 2 x fuhren wir Fähre. Heute auf ruhigem Meer. So wurde es Gabi, im Vergleich zu gestern, nicht übel. 

Heute Morgen konnten wir unsere Hütte mit Terrasse direkt am Meer geniessen. Die Sonne wärmte herrlich. Vermutlich erschrak sie selber darüber. Und verzog sich einmal mehr hinter dicken Wolken. Immerhin blieb es heute trocken. Offenbar ist das Wetter hier oben feuchter als normal. Denn in der Schlagzeile einer Boulevardzeitung war das miese Sommerwetter ein grosses Thema. Der Rasenmäher, der im tiefen Wasser mäht, sprach Bände. Nun denn: wir sind lange genug hier oben um hoffentlich noch tolles Sonnenwetter zu erleben. 

Die eigentlich tolle Aussicht auf die Bergkette der "Sieben Schwestern" war heute quasi geschlossen. So genanntes Strichwetter herrscht. Rund 200m über Boden hängen die Wolken an den Bergen. Da die "Sieben Schwestern" so um 1'000m hoch sind, lohnte sich ein Aufstieg auf mindestens einen der Berge nicht. In der Nebelsuppe rumtappen ist nicht so prickelnd. Mal sehen, vielleicht können wir morgen Mittwoch noch spontan die 1'000 Höhenmeter machen, um die Aussicht zu bestaunen. 

Statt Beschreibung der Sehenswürdigkeit - Touris ohne Smartphone schauen in die Röhre

Montag, 15. Juli 2013

Liebliche Landschaft

Auf der Küstenstrasse 17 sind wir aktuell unterwegs und fahren etappenweise gen Norden. Heute von Namsos nach Brønnøysund. Traumhafte Landschaften, viel Wald, Berge, Fjorde, Seen, Grün und Landwirtschaft. Statt mit der Masse auf der E6 nach Norden zu fahren, geniessen wir die Langsamkeit der Küste entlang. Wir fahren zwar rauf, gleichzeitig runter. Nämlich stressmässig. Wir kommen in den Reisefluss und geniessen die Ruhe und Langsamkeit. Erstaunlich wenig Touristen treffen wir an. Heute hat auch das Wetter überrascht. Angesagt war Starkregen. Angetroffen haben wir Regenschauer, aber auch längere sonnige Abschnitte. Die dramatische Bilder möglich machten. Sonne, schwarze Wolkenfronten, Berge, farbige Holzhäuser. Fast schon kitschig. Am Lysfjorden (nicht zu verwechseln mit dem Lysefjorden) kamen wir auch vorbei. Das ist ein Fjord, der mich vor 11 Jahren mit dem Velo nervte. Netto vielleicht 500m von der einen auf die andere Seite. In Wirklichkeit kurvt man kilometerweit ins Landesinnere bis ans Fjordende, und dann wieder nach vorne. Mit dem Velo war das ätzend, mit dem Auto schön. 

In Brønnøysund konnten wir uns eine Hütte direkt am Wasser sichern. Wunderbar ist die Aussicht auf den Ort. Und wieder kurvt uns hier die Hurtigruten direkt am Fenster vorbei. 

Und ganz nebenbei: wir sind heute offiziell in die Provinz Nordland eingetreten und haben die Provinz Nord-Trøndelag verlassen.

Oben links: interessierte Zuschauer / Oben rechts: Auf der Fähre von Holm nach Vennesund / Unten Links: Impression aus Vennesund / Unten rechts: Aussicht von unserer Hütte auf Brønnøysund


Sonntag, 14. Juli 2013

Regenfahrt nach Namsos

Heute, auf der Weiterfahrt in den Norden, erlebten wir einen Regentag. Es war trotzdem schön den Fjorden entlang, durch Täler mit viel Landwirtschaft und durch bewaldete Hügellandschaften zu fahren. Jetzt haben wir fein gegessen in einem italienischen Restaurant und noch einen Spaziergang im kleinen Namsos unternommen, im Regenschutz.


Eigentlich möchten wir mal zelten, aber beim heutigen Dauerregen und nur 11 Grad ist das nicht gerade das Wahre. So sind wir in einem Hotel untergekommen und schauen durch die Fensterfront den Regentropfen zu.

Übrigens: Urs war am 18.07.2002 mit Ali und dem Velo in Namsos. Gemäss Tourentagebuch war es 25% sonnig und zu 75% nass. 

Moderne Architektur in Namsos - wir logieren im rechten Haus

Panorama vom Hafen Richtung Ort

alte, sich langsam auflösende, Hafenanlage

Fast wie aus dem Volvo-Prospekt: nagelneue Villa, und vorne der Volvo in den Farben des Hauses. Übrigens: der Schosshund des Hauses ist .... WEISS!

Von der Tundra und dem Fjell in die Taiga

Die Landschaft verändert sich mit steigenden Breitengraden merklich. Noch befinden wir uns in der Mischwaldzone. In Norwegen reichen dank dem gemässigten Klima, bedingt durch den Golfstrom, die bewaldeten Zonen viel weiter nach Norden als in anderen Gebieten wie Kanada oder Asien. Auf dem 70. Breitengrad werden noch Erdbeeren geerntet.   

Tundra bedeutet "waldloser Hügel", in Norwegen gibt es dafür einen eigenen Namen: das Fjell. Hat es doch im gebirgigen Norwegen viele hohe, baumlose Gebirge wie zum Beispiel das Dovrefjell.


Mit der Taiga wird der Nadelwaldgürtel der Nordhalbkugel bezeichnet, bestehend aus Kiefern und Fichten. Nur in der Finnmark, im August werden wir dort sein, reicht er weiter als bis zum 70. Breitengrad und ist somit der der nördlichste Kieferurwald der Welt. 

Samstag, 13. Juli 2013

Trondheim glänzt

Der Waschgang ist vorbei. Die Stadt liegt frisch gewaschen vor uns. Wir spurteten so quasi raus und siehe da: der Himmel wurde blau, die Sonne zeigte sich und wir zogen noch einmal durch die Strassen der Stadt. Die vielen alten Holzhäuser, welche ganze Quartierstrassen säumen, sind eine Augenweide. Auffällig ist die Brautpaardichte, so ungefähr 3 Paare pro km2. Und Elefanten hat es ungefähr 2 pro km2. Ihr seht, wir haben interessante Einblicke gewonnen. 


Der Nidaros-Dom von Trondheim

mit blauem Himmel sieht das doch viel besser aus 
Elefant im Einkaufszentrum
Elefant in der Garage



Frisch gewaschen ...

... präsentiert sich Trondheim. Der Waschgang dauert noch an. Es regnet schon den ganzen Tag. Einmal mehr, einmal weniger. Wir haben die Stadt trotzdem erkundet. Und unsere Regenklamotten getestet. Mit durchzogenen Ergebnissen. Hier zuerst einige Eindrücke aus der Stadt, die auch bei Nässe sehenswert ist. Jetzt geniessen wir das trockene Hotelzimmer und gehen dann später nochmals raus. Vielleicht stoppt der Regen ja.


Collage mit Eindrücken aus Trondheim

Der Klamottentest offenbart bekannte Fakten. So ist Goretex nicht einfach wasserdicht. Haben doch meine Salewaschuhe oben Wasser reingelassen. Den Hammer schoss aber der neue Regenhut von Gabi ab. Der hat sein Aussehen beim ersten Gebrauch in der Nässe nachhaltig verändert (siehe der gewellte Rand). Noch viel übler, und wirklich extrem störend ist der Umstand, dass der Hut nun wie ein toter Fisch zum Himmel stinkt. Und sich der Gestank an allem festsetzt, was mit dem Hut in Berührung kommt. 

Wir haben soeben ein Mail an Mammut geschrieben und unserer grossen Freude über das tolle Produkt Ausdruck verliehen. Mal sehen, wie die Reaktion daherkommen wird.


Der nach totem Fisch stinkende Mammut Regenhut

"On the road again" - die Weiterfahrt

Zuerst die Lösung für das Nachtbild aus Molde: es ist die Fähre nach Vestnes. Die fährt um 02.00 Uhr ab. Gratulation an Jüge, der das sofort erkannt hat!

Von Molde nach Trondheim führte unsere Tagesetappe. Wetter zu Beginn sonnig und sommerlich warm. Dann hielt sich eine hartnäckige Nebelbank rund 50m über Boden und begleitete uns lange Zeit. Am Ende war es in Trondheim wieder teilweise sonnig bei 20 Grad. So richtig nett.

Die Fahrt führte durch eine sehr abwechslungsreiche Gegend. Viel Wald, kahle Fjellrücken, Schären und liebliche Fjordlandschaften. Wir vergassen die Zeit und mussten uns am Ende ein wenig beeilen um nach Trondheim zu kommen. Herausragend ist der Atlanterhavsveien. Wiederum eine der touristischen Strassen Norwegens. Wobei es heute nicht stürmte und es uns somit auch nicht von der Strasse spülte ;-). Sehenswert ist die Strasse alleweil. Vor allem die Storseisundbrücke sticht heraus. 

In Trondheim erwartet uns morgen Samstag ein Ruhetag. Die Stadt bietet viel, ist gross (146'000 Einwohner) und sehr sehenswert. Ich habe heute Abend schon die Pizzeria entdeckt, in der "Ural Bike Explosion" im Jahr 2002 eine Pizza verdrückte. Weisst du noch wo das war, Ali?

Einquartiert haben wir uns mitten in der Stadt im Quality Hotel Augustin. 

Am Strassenrand trafen wir heute noch Klein und Gross. Der VW-Bus war zu seiner Zeit sicher auch gross. Aber heute? Da sieht er aus wie das Junge vom grossen Camper hinter ihm. So quasi das Einkaufswägelchen. 

Gross und Klein

Atlanterhavsveien - Storseisundbrücke

Atlanterhavsveien - Storseisundbrücke

Nächtliche Eindrücke vom Bakklandetquartier in Trondheim

Grüsse von der Nebelbank in der Anfahrt zum Atlanterhavsveien