Mittwoch, 31. Juli 2013

Der beste Beck am Platz

Nach dem Bombentag von gestern musste sich das Wetter kurz erholen. Am Morgen regnete es. Der damit verbundene starke Wind hielt bis in den Nachmittag hinein an. Jetzt ist es wieder sonnig mit blauem Himmel. Und nach wie vor warmen Temperaturen. 

Wir nutzten die Zeit für eine Wäsche. Und einen Besuch in der besten Bäckerei am Platz. Da waren wir im März schon, und standen vor verschlossenen Türen. Jetzt hat es geklappt. Wir haben zur Hochzeit einen Gutschein für diese Bäckerei geschenkt erhalten. Den wir heute in Esswaren und Getränke verwandelten. Es war lecker! Die Bäckerei produziert alles frisch. Aus der Gaststube kann man durch eine grosse Glasscheibe direkt in die Backstube schauen.

Das Zentrum der kulinarischen Genüsse in Svolvær



Dienstag, 30. Juli 2013

Einfach grandios: Umgebung und Tierwelt

Heute überschlugen sich die Superlative. Zuerst die Bergtour auf den Matmora (788m) auf Austvagøya. Im Aufstieg bis 45° Grad steil. Da half uns der gute Weg. Von oben hat man eine Aussicht: Da blieben uns die Mäuler offen. Auf dem Gipfel waren wir am Anfang alleine. Dann trafen zwei Schweizer Studenten ein. Wir tauschten unsere Eindrücke aus und fanden heraus, dass wir in den letzten Tagen zum Teil fast an denselben Orten waren. 

Zum Dessert warteten rund 5 km Gratwanderung für Schwindelfreie vom Allerfeinsten. Mit dem zweiten Gipfel, dem Delpen (374m) als Abschluss. Wir sind jetzt noch ganz hingerissen von dieser Tour! Vor allem war der Abschluss einmalig. Eigentlich hätten wir 7 km der Strasse nach zum Auto wandern müssen. Zum Glück stoppte nach gut 2 km ein Paar aus Frankreich mit ihrem Camper als wir Autostopp machten. Sie nahmen uns bis zum Parkplatz mit. Dort angekommen trafen wir ein Paar aus Berlin mit ihrem Camper. Sie luden uns zum Espresso ein. Wir tauschten Reiseerfahrungen aus und freuten uns, so richtig Zeit zu haben. 


Eindrücke vom Matmora


Die Tierwelt machte ebenso Eindruck. Beim Aufstieg trafen wir ein Gelege mit sieben Eiern an. Leider wissen wir nicht, welchem Vogel die Eier gehören. Die Eigentümerin war gerade nicht zu Hause. Kurz nach dem Gipfel des Matmora glückten mir tolle Bilder eines Schneeehahns. Und kaum zurück in Svolvær ging rund um unserer Rorbuer die Post ab. Eine Möve vom Modell klein hat ein Junges ausgeführt. Eine Möve vom Modell gross zieht direkt vor der Hütte zwei Junge auf. Und direkt gegenüber, auf der anderen Seite des schmalen Fjordarmes, wieselte ein Wiesel umher. 


Schneehahn 




Mövensortiment vor unserem Rorbuer



Montag, 29. Juli 2013

Kulinarische Höhenflüge, garniert mit äusseren Eindrücken

Heute Nacht spielte das Wetter ein interessantes Spiel. Es begann stark zu winden und wurde laufend wärmer. Ein Gefühl wie beim Föhn bei uns. Am Ende hatten wir 25 Grad. Und siehe da, das Wetter begann zusehends zu kippen. Die Front kam näher und es regnete ein paar Stunden. Es ist nach wie vor angenehm warm. Und soll morgen Dienstag wieder schön werden. 

Der heutige Tag stand im Zeichen von kulinarischen Höhenflügen. Wir fanden per Zufall rauhe Mengen von Heidelbeeren. Schlugen uns die Bäuche voll und nahmen eine grosse Portion zum daheim Geniessen mit. So lecker. Ein paar Kilometer weiter sahen wir eine Norwegerin mit Multbeeren aus den Büschen steigen. Kurz entschlossen sammelten wir uns den Höhepunkt für unser heutiges Dessert. Super war es.


Beim Nachtessen konnten wir vom Backofen in unserer Hütte profitieren. Seit heute sind wir wieder in Svolvær. Wo wir bereits im März waren um Polarlichter zu jagen. Der Backofen nahm einen feinen Gemüsegratin auf. Der wurde am Ende mit einem fangfrischen Dorschfilet verziert. Welches perfekt garte und wunderbar saftig war. Ein richtiges Festessen. Welches wir aus vollen Zügen genossen haben. 



links oben: Gemüsegratin an Halbrahm mit frischem Dorschfilet aus dem Ofen / rechts oben: selbiges angerichtet
links unten: Multbeeren auf ihrem Bett von Naturejoghurt / rechts unten: Illy Espresso 
und hier noch eine kleine Gegenüberstellung von Sommer & Winter in Svolvær


links oben: Februar / März ist Hauptsaison für den Dorschfang; die Fische werden auf den Gestellen an der Luft getrocknet
links unten: im Sommer sind die Gestelle leer; die trockenen Fische werden im Mai / Juni abgehängt und verarbeitet

Sonntag, 28. Juli 2013

Nusfjord, Reine und Wetterphänomen

Nusfjord, eines der am schönsten erhaltenen Fischerdörfer Norwegens. Im Besitz der Nusfjord AS, man zahlt Eintritt, das Dorf ist ein Unesco Weltkulturerbe. Wollen wir da hin? Ja, hiess die Antwort, wir gingen hin. Und es war nett. Irgendwie ist das Dörfchen wie ein Biotop. Es besteht primär aus Rorbuer, die gemietet werden können. Plus den alten Häusern, die man teilweise besichtigen kann. Man gewinnt durchaus einige Eindrücke über das harte Leben der Fischer im 19. Jahrhundert und später.


Nusford
Viel besser gefiel uns die Wanderung der Küste entlang gen Nesland. Küste pur und keinerlei Häuser. Das war wirklich schön.


Wandern mit Aussicht
Auf dem Heimweg erlebten wir am Flakstadpollen ein eindrückliches Wetterschauspiel. Die Nebelbank kam aus dem Nichts. Ein paar Kilometer weiter herrschte für längere Zeit dichter Nebel. Bis wir wieder unter wolkenlos blauem Himmel unterwegs war. Wir staunten.


Nebelbank - aufgetaucht wie aus dem Nichts
Den Tagesabschluss bildete eine Fotosafari durch den Ort Reine. Dort gibt es ebenfalls Rorbuer en Masse zum Mieten. So richtig schön und kitschig, wie aus dem Prospekt.
  
Reine - Fotos wie aus dem Prospekt für die Lofoten


Samstag, 27. Juli 2013

Aussicht vom Balkon - den man zuerst mal erklimmen muss

Direkt von Å aus starteten wir zur Bergtour. Gemäss Beschreibung im Reiseführer war die Route zwischen mittel und schwierig einzustufen. Bald kamen die ersten Kettenpassagen. Ups, wie kommt denn das heute raus, fragten wir uns? Bergwanderwege in Norwegen sind im Schnitt anspruchsvoller als solche bei uns. Nicht oder selten markiert, und eigentlich ist dauernd irgendwie Balancieren angesagt. Sei es über Steine, Felsbrocken oder sumpfige Moosrücken. 

Der Weg war dann am Ende gut machbar. Nach rund 1 Stunde ging es nach gut norwegischer Art in die Wand. 40 Minuten, 400 Höhenmeter. Ein richtiger Balkon über Å. Wir genossen die warmen Sonne und die prächtige Aussicht. 


Prachtvolle Aussichten

Die kleine Hosensackkamera macht tolle Panoramen - ganz vorne am Meer liegt Å




Lofoten wie aus dem Prospekt

Bodø ade, Lofoten willkommen. Mit einer gut 3 stündigen Fährfahrt nach Moskenes erreichten wir heute die Lofoten. Die hatten sich herausgeputzt. Sonnenschein, wolkenloser Himmel, Temperaturen von über 20 Grad. Fast schon kitschig. Wir freuten uns riesig. In Å, notabene dem Ort auf der Welt mit dem kürzestens Ortsnamen, bezogen wir unser erstes Rorbuer hier auf den Inseln. Es gefällt uns. Denn es hat eine Terrasse, und das Wetter ist tatsächlich geeignet dafür. Am Abend machten wir uns ein feines Fondue. An der Sonne genossen war das doppelt so fein. 

Den Tag liessen wir mit einer Fotofahrt in der Umgebung ausklingen. Und sitzen nun, um halb zwei am Morgen, bei Tageslicht noch hier. Und müssen doch langsam ins Bett. Denn uns fallen die Augen zu. 

Fondue auf dem Racletteofen - auch das geht :-)

Impressionen von den Lofoten

Mit Dank an Fotografin Gabi - Eindrücke von den Lofoten 

Freitag, 26. Juli 2013

Beam me up, Scotty

Morgens um 07.15 Uhr Abflug in Frankfurt. 14.30 Uhr Abmarsch zur Bergwanderung in der Nähe von Bodø. Bei wunderbarem Sommerwetter. Perfekt war das! Die Aussicht geniessen und vor allem die Sonne ist schlicht herrlich. Morgen fahren wir mit der Fähre raus auf die Lofoten. Das Wetter stimmt. Wir freuen uns. Endlich ist es hier Sommer. Was die Einheimischen nach draussen treibt. Und uns auch :-).


Abendstimmung in Bodø

Sommerabend im Hafen von Bodø

Endlich Sommer - man sitzt draussen

Mittwoch, 24. Juli 2013

Sommer in Bodø

Der Sommer ist da, mit 24 Grad richtig perfekt und alle Norwegerinnen und Norweger tragen ihre Sommerkleider. Auch Gabi zieht die kurzen Hosen an, schmiert sich von oben bis unten mit Sonnencreme ein und los geht's nach einer kurzen Autofahrt gen Heggmotinden 798 müM. Dank zwei norwegischen Beerenpflückerinnen gelingt der Einstieg auf den gänzlich unmarkierten Wanderweg problemlos. Der Weg steigt sanft an, ist einfach - über Felsplatten oder moorigen Untergrund - und bald wird die Aussicht einmal mehr atemberaubend. Der zweite Gast auf dem Gipfel ist ortskundig und kann über die Lokalisation des gestrigen Berges Auskunft geben. In der Bildmitte der Steigtinden mit Sicht auf seine Nordwand.


Gabi auf dem Gipfel

Und die traumhafte Aussicht

Dienstag, 23. Juli 2013

Steigtinden und perfektes Wetter

Mit Hilfe der Anwohner den Parkplatz im Gebüsch und den Startwegweiser Steigtinden (793 müM) gefunden und los geht's. Zuerst noch flach und sumpfig steigt der Weg bald steil an durch den Birkenwald und langsam lässt sich die Aussicht erahnen. Ein kleines Schild gibt die Grenze des Nationalparks an. Bald lichtete sich der Wald und geht über ins Fjell. Keine Wolke am Himmel, am Horizont sind die Lofoten sichtbar, bereits auf einer Höhe von etwa 500m ist die Sicht atemberaubend. 

Ein paar Schafe kreuzen den Weg. Was trottet den da? Gabi sieht ihr erstes Rentier aus der Nähe! Und das Rentier sieht Gabi zum ersten Mal. Als es das merkt, macht es kehrt, Gabi drückt ab und ... das Foto zeigt später eine nette Graswiese, das Rentier hat sich schneller als geahnt aus dem Staub gemacht!

Der nur am Anfang spärlich markierte Wanderweg führt nun über einen breiten Felsrücken. Im Nebel wäre die Orientierung schwierig, muss doch bei besten Sichtverhältnissen immer wieder der Weg erahnt werden. Der Gipfel ist sichtbar und damit der steile Schlussaufstieg. Doch dieser lohnt sich: eine einmalige Aussicht zeigt zahlreiche Seelein, Fjorde und Küstenstriche sowie Gipfel und Wälder, eine unglaubliche Augenweide! Und im Hintergrund im Dunst die Lofoten, auf welchen wir ab Freitag weilen werden.

Auf dem grossen Bild rechts oben sieht man ganz hinten die Lofoten - und die Wegzeichen waren ziemlich einzigartig. Zur Belohnung Brot und Rüebli aus Norwegen, und einen Apfel aus dem Südtirol.

Das Gipfelpanorama im Kurzfilm (funktioniert nicht auf iPad & iPhone)

Montag, 22. Juli 2013

Bodø mit echtem Wetter

Gabi verbringt ein paar Tage in der zweitgrössten Stadt von Nordnorwegen mit 45'000 Einwohnern: Bodø. Das Wetter ist seit heute traumhaft und soll auch so bleiben: 18 Grad bei einer leichten Brise aus Norden. Karten sind besorgt und die Wanderungen bereits geplant.

Übrigens geht die Sonne in der Gegend hier wieder für einen kurzen Moment unter. Was aber nicht heisst, dass es nachts dunkel würde. Farben der Umgebung und Wetter lassen sich jederzeit beurteilen, Fotos schiessen, für uns Mitteleuropäer ein grandioses Erlebnis! Auch wenn wir zu spät sind für die Mitternachtssonne, welche hier vom 2. Juni bis am 10. Juli dauerte. Wie wäre wohl die Polarnacht für uns, dann wenn die Sonne vom 15. bis am 29. Dezember gar nie aufgeht?

Überhaupt hat sich für uns das Zeitgefühl verändert. Obschon wir einen Fährenfahrplan dabei hatten, und es hatte doch einige Fährverbindungen an der Küstenstrasse Nummer 17, schafften wir es kein einziges Mal darauf zu schauen. So warteten wir mit einer auffälligen Zuverlässigkeit zwischen vierzig Minuten und eineinviertel Stunden auf die nächste Fähre und ... genossen diese Langsamkeit in vollen Zügen. Nachtessen gibt's dann halt erst um 21 Uhr, es ist ja noch lange hell...

Oder während die Wäsche in der Waschmaschine dreht und schäumt und schleudert, eine Stunde im Sonnenschein am Gästehafen von Bodø "warten", Mails bearbeiten (es hat sogar ein Gratis-WLAN) und lesen? Es gibt fast nichts Schöneres...





Das wird heiss

Heute Montagmorgen in Bodø: 11 Grad; aktuell in Oslo 22 Grad; und jetzt geht es weiter nach Süden in den Backofen. 




Sonntag, 21. Juli 2013

Schweden trocken - Norwegen feucht

Das Wetter hat sich leicht gebessert. Es war heute tatsächlich teilweise trocken und sogar die Sonne hat kurz hinter den Wolken hervorgeschaut. Wir besuchten das neu gebaute Nordland NationalparkzentrumDie Ausstellung ist interessant und lehrreich. Zugegebenermassen ein mässiger Ersatz für die eigentlich geplant gewesenen drei Tage in den Nationalpärken. Die Pläne ersoffen so quasi im Regen. 

Die Grenze zu Schweden ist nah. Und es hat eine Strasse. So fuhren wir kurz rüber ins Nachbarland. Unglaublich aber wahr: Wir erhaschten ein wenig Sonnenschein und es war trocken. Ein Blick auf die Karte zeigte: wir waren nahe am Gebiet, wo wir im 2012 mit den Hundeschlitten unterwegs waren. Was auch das Strassenschild zeigt: 222km bis Arvidsjaur, wo die Huskyfarm von Simone und Jürg liegt. 

Hier oben ein Katzensprung - 222km bis Arvidsjaur 

Was nicht alles über die Strasse latscht ...

Samstag, 20. Juli 2013

Verfalldatum: kritischer Blick auf Supermarktdichte

Wie viele Lebensmittel werden in Norwegen wohl unverbraucht weggeworfen? Hier in Fauske finden sich 4 Supermärkte in der Grösse eines MM Migros. Das Gemüse sieht manchmal sehr speziell aus. Wir sahen Fenchel, der war schon alt und schrumplig. Schade um das teuer importierte Gemüse. Und wie viele Vitamine hat am 19.07.13 wohl ein am 05.07.13 geernteter Blattsalat noch? Schon mehr als 1 Mal kauften wir Lebensmittel, deren Verfalldatum vorbei war. Seit dem achten wir darauf. Auch heute: 4 Packungen mit Frischravioli liefen ab. Die andere Hälfte war noch frischer. Herabgesetzt wird die Ware nicht. Sie reift im Gestell. So wie unsere Linsensuppe. Die war fein und hatte im April eigentlich ihren letzten Tag.

Was aktuell ganz frisch geliefert wird, und zwar in grossen Mengen, ist frischer Regen mit grauen Wolken. Wir sahen fast den ganzen Tag nichts. Der Wetterbericht gibt aber Anlass zur Hoffnung. Ab Montag soll das Wetter schön werden. Wir harren gespannt der Sonnenstrahlen die da kommen sollen. Und ein wenig mehr als 11 Grad wären auch nicht übel. Der Sturm dazu hat begonnen. Wir hoffen, der blase das nasse Wetter weg. 

Freitag, 19. Juli 2013

Moltebeere - eine Rarität - gefunden und probiert

Im Hinterland von Fauske wanderten wir heute. Und erlebten eine Premiere: wir fanden Moltebeeren. Eine ganz spezielle Beerenart, die vorwiegend zwischen dem 54. und 78. Breitengrad vorkommt. Also weit oben im Norden. Die Beeren waren teilweise perfekt reif und wir konnten die köstlichen Früchte geniessen. Super!


Moltebeere 
Familie Moltebeere

Die Polizei - dein Freund und Geldeintreiber

Fast unsichtbar. Aber da, wenn es nötig ist. In den ersten 3 Wochen Norwegen fiel die disziplinierte Fahrweise der Norweger auf. Nie zu schnell und immer rücksichtsvoll. Polizei sahen wir kaum. Gestern, kurz vor Fauske, fiel ein BMW-Fahrer mit riskanten Überholmanövern auf. Und siehe da: 1, 2 Kilometer später stand er am Strassenrand. Vor ihm ein Streifenwagen. Bei ihm eine Polizistin. Eine gewisse Schadenfreude konnten wir uns nicht verkneifen.

Vom Himmel hoch ...

... da schifft es runter. Der Sommer ist wirklich nass. Heute regnete es hauptsächlich. Wir liessen uns nicht beeindrucken und besuchten auf der Fahrt gen Norden den Svartisen-Gletscher. Der hat rund 60 Zungen, die an diversen Orten runterkommen. Wir wählten den Engabreen aus. Mit einem kleinen Boot setzen wir über. Und wanderten dann gut 2 Stunden bis zur Gletscherzunge und zurück. Auch hier oben schmelzen die Gletscher ab. Trotzdem macht es Eindruck, eine solche Gletscherzunge zu sehen. 


Engabreen mit Kreuzfahrtschiff des Club Med im Vordergrund


Wasser in flüssiger Form sahen wir am Saltstraumen. Dem stärksten Gezeitenstrom der Welt. Wie schnell das Wasser da durchschiesst ist sehenswert. Da will man klar nicht ins Wasser fallen. 


Hund am Saltstraumen - sicher ist sicher


Am Abend trafen wir in Fauske ein. Und siehe da: der Regen hatte ein Ende und wir sahen tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen. Und hoffen, dass werde keine Ausnahme bleiben. In Fauske sind wir bis Montagmorgen. Wenn das Wetter mitmacht, erkunden wir die vielen Nationalparks hier in der Gegend. Wir freuen uns, mal ein paar Tage an einem Ort zu sein. Das werden wir ab jetzt öfters so machen. 


Abendsonne auf dem Camping in Fauske - Abends um 21.45 Uhr

Regen kann auch schön sein - Blick vom Camping in Fauske


Mittwoch, 17. Juli 2013

Blauer Himmel - Grauer Himmel

Der Wecker geht, wir öffnen den Vorgang. Und der Himmel ist blau. Alarm! Sofort Zmorge und raus. Rauf auf den Breitinden, einen der Gipfel der "Sieben Schwestern". Das war der Plan. Der ist mit 910m der Niedrigste der Gipfel und wir hofften, das Wetterfenster bleibe lange genug offen. Es hat tatsächlich für die halbe Bergwanderung gereicht. Dann zogen Regenschauer durch und der Wind frischte stürmisch auf. So kehrten wir um. Fazit: ein wenig Auslauf gab es und die Aussicht war prächtig. Die "Sieben Schwestern" hatten heute, vielleicht extra für uns, ihre Hüte abgezogen und waren sichtbar.  

Die "Sieben Schwestern" - heute enthüllt und sichtbar - der "Breitinden" ist der ganz rechts

Das Wetter machte wieder auf dramatisch. Blauer Himmel und Sonnenschein wäre ja langweilig. Eindrücklich ist die grosse Helgelandbrücke. Gebaut, damit der Weg 5 Minuten kürzer ist und eine Fähre wegfällt. 

Helgelandbrücke
Der weitere Wegverlauf heute war nicht wirklich spektakulär. Denn die Sicht war infolge Nieselregen stark eingeschränkt. Zum Schluss gondelten wir mit der Fähre von Kilboghamn nach Jektvik. Während dieser Fahrt überquerten wir den Polarkreis.

Fährenfahrt über den Polarkreis - Variante nass 
In Jektvik (ein paar Häuser, eine Fährstation und sonst nichts), haben wir auf einem Bauernhof eine Hütte gebucht. Die sich als nagelneuer Riesenwohnwagen mit allem Komfort rausstellte. 6 Betten, 2 Duschen, 2 WC, Backofen, Kühlschrank, Tiefkühler, etc. Wir könnten hier glatt ein paar Tage verbringen. Mitten in der Pampa.

Auch am Aldersund war es grau 

Dienstag, 16. Juli 2013

Polarkreis - wir kommen!

Wir nähern uns dem Polarkreis. Morgen Mittwoch schippern wir mit der Fähre Kilboghamn - Jektvik über diesen wichtigen Punkt. 

Mit dem Besuch des "Torghatten" begann der heutige Tag. Der Berg hat mittendrin ein grosses Loch. Der wirkliche Grund für das Loch ist viel weniger spannend als die Sagen, die sich um den Berg ranken. Entstanden ist das Loch vermutlich durch Ausspülungen vor langer, langer Zeit. Mir gefallen die Geschichten mit den Trollen viel besser. 


Impressionen vom "Torghatten"
Die heutige Etappe von Brønnøsund nach Sandnessjøen war geprägt von Meer, kahlen Felsrücken, Lichtspielen und generell eindrücklichen Landschaften. Einmal mehr, dürfen wir sagen. 2 x fuhren wir Fähre. Heute auf ruhigem Meer. So wurde es Gabi, im Vergleich zu gestern, nicht übel. 

Heute Morgen konnten wir unsere Hütte mit Terrasse direkt am Meer geniessen. Die Sonne wärmte herrlich. Vermutlich erschrak sie selber darüber. Und verzog sich einmal mehr hinter dicken Wolken. Immerhin blieb es heute trocken. Offenbar ist das Wetter hier oben feuchter als normal. Denn in der Schlagzeile einer Boulevardzeitung war das miese Sommerwetter ein grosses Thema. Der Rasenmäher, der im tiefen Wasser mäht, sprach Bände. Nun denn: wir sind lange genug hier oben um hoffentlich noch tolles Sonnenwetter zu erleben. 

Die eigentlich tolle Aussicht auf die Bergkette der "Sieben Schwestern" war heute quasi geschlossen. So genanntes Strichwetter herrscht. Rund 200m über Boden hängen die Wolken an den Bergen. Da die "Sieben Schwestern" so um 1'000m hoch sind, lohnte sich ein Aufstieg auf mindestens einen der Berge nicht. In der Nebelsuppe rumtappen ist nicht so prickelnd. Mal sehen, vielleicht können wir morgen Mittwoch noch spontan die 1'000 Höhenmeter machen, um die Aussicht zu bestaunen. 

Statt Beschreibung der Sehenswürdigkeit - Touris ohne Smartphone schauen in die Röhre

Montag, 15. Juli 2013

Liebliche Landschaft

Auf der Küstenstrasse 17 sind wir aktuell unterwegs und fahren etappenweise gen Norden. Heute von Namsos nach Brønnøysund. Traumhafte Landschaften, viel Wald, Berge, Fjorde, Seen, Grün und Landwirtschaft. Statt mit der Masse auf der E6 nach Norden zu fahren, geniessen wir die Langsamkeit der Küste entlang. Wir fahren zwar rauf, gleichzeitig runter. Nämlich stressmässig. Wir kommen in den Reisefluss und geniessen die Ruhe und Langsamkeit. Erstaunlich wenig Touristen treffen wir an. Heute hat auch das Wetter überrascht. Angesagt war Starkregen. Angetroffen haben wir Regenschauer, aber auch längere sonnige Abschnitte. Die dramatische Bilder möglich machten. Sonne, schwarze Wolkenfronten, Berge, farbige Holzhäuser. Fast schon kitschig. Am Lysfjorden (nicht zu verwechseln mit dem Lysefjorden) kamen wir auch vorbei. Das ist ein Fjord, der mich vor 11 Jahren mit dem Velo nervte. Netto vielleicht 500m von der einen auf die andere Seite. In Wirklichkeit kurvt man kilometerweit ins Landesinnere bis ans Fjordende, und dann wieder nach vorne. Mit dem Velo war das ätzend, mit dem Auto schön. 

In Brønnøysund konnten wir uns eine Hütte direkt am Wasser sichern. Wunderbar ist die Aussicht auf den Ort. Und wieder kurvt uns hier die Hurtigruten direkt am Fenster vorbei. 

Und ganz nebenbei: wir sind heute offiziell in die Provinz Nordland eingetreten und haben die Provinz Nord-Trøndelag verlassen.

Oben links: interessierte Zuschauer / Oben rechts: Auf der Fähre von Holm nach Vennesund / Unten Links: Impression aus Vennesund / Unten rechts: Aussicht von unserer Hütte auf Brønnøysund


Sonntag, 14. Juli 2013

Regenfahrt nach Namsos

Heute, auf der Weiterfahrt in den Norden, erlebten wir einen Regentag. Es war trotzdem schön den Fjorden entlang, durch Täler mit viel Landwirtschaft und durch bewaldete Hügellandschaften zu fahren. Jetzt haben wir fein gegessen in einem italienischen Restaurant und noch einen Spaziergang im kleinen Namsos unternommen, im Regenschutz.


Eigentlich möchten wir mal zelten, aber beim heutigen Dauerregen und nur 11 Grad ist das nicht gerade das Wahre. So sind wir in einem Hotel untergekommen und schauen durch die Fensterfront den Regentropfen zu.

Übrigens: Urs war am 18.07.2002 mit Ali und dem Velo in Namsos. Gemäss Tourentagebuch war es 25% sonnig und zu 75% nass. 

Moderne Architektur in Namsos - wir logieren im rechten Haus

Panorama vom Hafen Richtung Ort

alte, sich langsam auflösende, Hafenanlage

Fast wie aus dem Volvo-Prospekt: nagelneue Villa, und vorne der Volvo in den Farben des Hauses. Übrigens: der Schosshund des Hauses ist .... WEISS!

Von der Tundra und dem Fjell in die Taiga

Die Landschaft verändert sich mit steigenden Breitengraden merklich. Noch befinden wir uns in der Mischwaldzone. In Norwegen reichen dank dem gemässigten Klima, bedingt durch den Golfstrom, die bewaldeten Zonen viel weiter nach Norden als in anderen Gebieten wie Kanada oder Asien. Auf dem 70. Breitengrad werden noch Erdbeeren geerntet.   

Tundra bedeutet "waldloser Hügel", in Norwegen gibt es dafür einen eigenen Namen: das Fjell. Hat es doch im gebirgigen Norwegen viele hohe, baumlose Gebirge wie zum Beispiel das Dovrefjell.


Mit der Taiga wird der Nadelwaldgürtel der Nordhalbkugel bezeichnet, bestehend aus Kiefern und Fichten. Nur in der Finnmark, im August werden wir dort sein, reicht er weiter als bis zum 70. Breitengrad und ist somit der der nördlichste Kieferurwald der Welt. 

Samstag, 13. Juli 2013

Trondheim glänzt

Der Waschgang ist vorbei. Die Stadt liegt frisch gewaschen vor uns. Wir spurteten so quasi raus und siehe da: der Himmel wurde blau, die Sonne zeigte sich und wir zogen noch einmal durch die Strassen der Stadt. Die vielen alten Holzhäuser, welche ganze Quartierstrassen säumen, sind eine Augenweide. Auffällig ist die Brautpaardichte, so ungefähr 3 Paare pro km2. Und Elefanten hat es ungefähr 2 pro km2. Ihr seht, wir haben interessante Einblicke gewonnen. 


Der Nidaros-Dom von Trondheim

mit blauem Himmel sieht das doch viel besser aus 
Elefant im Einkaufszentrum
Elefant in der Garage



Frisch gewaschen ...

... präsentiert sich Trondheim. Der Waschgang dauert noch an. Es regnet schon den ganzen Tag. Einmal mehr, einmal weniger. Wir haben die Stadt trotzdem erkundet. Und unsere Regenklamotten getestet. Mit durchzogenen Ergebnissen. Hier zuerst einige Eindrücke aus der Stadt, die auch bei Nässe sehenswert ist. Jetzt geniessen wir das trockene Hotelzimmer und gehen dann später nochmals raus. Vielleicht stoppt der Regen ja.


Collage mit Eindrücken aus Trondheim

Der Klamottentest offenbart bekannte Fakten. So ist Goretex nicht einfach wasserdicht. Haben doch meine Salewaschuhe oben Wasser reingelassen. Den Hammer schoss aber der neue Regenhut von Gabi ab. Der hat sein Aussehen beim ersten Gebrauch in der Nässe nachhaltig verändert (siehe der gewellte Rand). Noch viel übler, und wirklich extrem störend ist der Umstand, dass der Hut nun wie ein toter Fisch zum Himmel stinkt. Und sich der Gestank an allem festsetzt, was mit dem Hut in Berührung kommt. 

Wir haben soeben ein Mail an Mammut geschrieben und unserer grossen Freude über das tolle Produkt Ausdruck verliehen. Mal sehen, wie die Reaktion daherkommen wird.


Der nach totem Fisch stinkende Mammut Regenhut

"On the road again" - die Weiterfahrt

Zuerst die Lösung für das Nachtbild aus Molde: es ist die Fähre nach Vestnes. Die fährt um 02.00 Uhr ab. Gratulation an Jüge, der das sofort erkannt hat!

Von Molde nach Trondheim führte unsere Tagesetappe. Wetter zu Beginn sonnig und sommerlich warm. Dann hielt sich eine hartnäckige Nebelbank rund 50m über Boden und begleitete uns lange Zeit. Am Ende war es in Trondheim wieder teilweise sonnig bei 20 Grad. So richtig nett.

Die Fahrt führte durch eine sehr abwechslungsreiche Gegend. Viel Wald, kahle Fjellrücken, Schären und liebliche Fjordlandschaften. Wir vergassen die Zeit und mussten uns am Ende ein wenig beeilen um nach Trondheim zu kommen. Herausragend ist der Atlanterhavsveien. Wiederum eine der touristischen Strassen Norwegens. Wobei es heute nicht stürmte und es uns somit auch nicht von der Strasse spülte ;-). Sehenswert ist die Strasse alleweil. Vor allem die Storseisundbrücke sticht heraus. 

In Trondheim erwartet uns morgen Samstag ein Ruhetag. Die Stadt bietet viel, ist gross (146'000 Einwohner) und sehr sehenswert. Ich habe heute Abend schon die Pizzeria entdeckt, in der "Ural Bike Explosion" im Jahr 2002 eine Pizza verdrückte. Weisst du noch wo das war, Ali?

Einquartiert haben wir uns mitten in der Stadt im Quality Hotel Augustin

Am Strassenrand trafen wir heute noch Klein und Gross. Der VW-Bus war zu seiner Zeit sicher auch gross. Aber heute? Da sieht er aus wie das Junge vom grossen Camper hinter ihm. So quasi das Einkaufswägelchen. 

Gross und Klein

Atlanterhavsveien - Storseisundbrücke

Atlanterhavsveien - Storseisundbrücke

Nächtliche Eindrücke vom Bakklandetquartier in Trondheim

Grüsse von der Nebelbank in der Anfahrt zum Atlanterhavsveien