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Sonntag, 8. September 2013

Der Traum geht weiter

Am Samstag sanken wir voll mit Eindrücken in den Schlafsack. Die Nacht war gerade nochmals eindrücklich - siehe der Blogeintrag mit dem Polarlicht. Am Sonntag geht es nach dem Aufstehen im selben Stil weiter. Unsere Fjälltour führt uns durch verschiedene Landschaftstypen. Zuerst viel Fels, dann Grasland, später Birkenbüsche und am Ende ein Stück durch den Wald. 

Das Wetter: wolkenlos blauer Himmel und herbstlich warm. Obwohl es über Nacht gefroren war. Verhältnisse wie aus dem Prospekt. Und die Landschaft erschlägt einem fast mit der Farbenpracht. 

Am späten Samstagnachmittag sind wir zurück in Abisko. 50km mehr in den Sohlen der Wanderschuhe. Und Bilder im Kopfkino, die haben wir uns in den kühnsten Träumen nicht so eindrücklich vorgestellt. 

Wir wissen jetzt auch, wieso die Abisko Turiststation so beliebt ist. Der Service ist genial. Das Essen sehr fein und man fühlt sich einfach rundum wohl. So haben wir unseren Reiseplan angepasst und bleiben bis Donnerstag hier. 

In einer Woche ist Saisonschluss und im Vergleich zum August ist es merklich ruhiger hier. So richtig entspannt und zum Geniessen. 



Samstag, 7. September 2013

Traum auf dem Fjäll

Zuerst fährst du Sesselbahn. Notabene eine Bahn von Brändle, Zürich. Dann steigst du auf einem einfachem Weg auf den Njullá (1'164 müM). Nachher wanderst du stundenlang durch das Fjäll. Du geniesst die grossartige Einsamkeit in der weiten Landschaft. Sie leuchtet in den tollsten Herbstfarben. Den Weg musst du manchmal suchen. Die Karte ist eher eine Zeichnung und gibt höchstens eine Idee, wo der Weg verlaufen könnte. Der Weg dauert länger als geplant. Denn in Wirklichkeit ist er nicht so gerade wie auf der Karte. Die Stimmungen, die das Licht gestaltet, sind wunderbar. Das Wetter ist herbstlich kühl. Der Wind bläst und so fühlen sich die 4 Grad kalt an, trotz Sonne. 

Auf dem Weg stolperst du fast über einen Schneehahn und drei Schneehühner. Sie flüchten nicht und lassen sich ablichten. Gabi bemerkt währenddessen ein Rudel Rentiere. Die uns beobachten und in einem grossen Bogen umgehen. 

Du steigst auf den Passübergang, wo der Nebel wabbert. Die Sicht ist gerade noch gut genug um das nächste Wegzeichen zu sehen. Bald lichtet sich der graue Vorhang zum Teil und lässt die Abendsonne durch. Rechts von dir taucht plötzlich ein grosser Gletscher aus dem Nebel auf. Auf der Karte keine Spur davon. 

Am Ende läufst du direkt aus dem Nebel auf die Hütte zu. Die endlich auftaucht. Es ist 20.30 Uhr, die Hütte wunderbar gemütlich und geheizt. Der Empfang herzlich. Die Hütte ist die höchstgelegene Berghütte Schwedens, liegt auf 1'230 müM und heisst Låktatjåkkastugan.

Du bestellst heisses Wasser und bereitest das Trekkingmenu zu, das du zur Hochzeit geschenkt bekommen hast. Dazu trinkst du ein kühles Bier. Das Menü ist gut, was dich überrascht. 

Nach dem Kaffee sitzt du satt und zufrieden am Kaminfeuer an der höchsten Bar Schwedens auf 1'250 Meter über Meer. Und du wärst verrückt, wenn du nicht glücklich und zufrieden wärst! Was für Gabi und mich gilt :-).

PS: Der höchste Briefkasten Schwedens hängt ebenfalls hier oben.



Mittwoch, 4. September 2013

Toppen? Øretoppen

465m ist er hoch und eine 360° Rundumsicht hatten wir von ihm. Dem Øretoppen. Dem Berg, zu dem wir den Wanderweg gestern ziemlich zufällig entdeckten. Herbstwanderung ist die passende Umschreibung. Die Landschaft leuchtete farbig. Und zaghaft wagten sich manchmal sogar ein paar Sonnenstrahlen hervor. Wir konnten vom Berg jedenfalls alle unsere Ziele der letzten Tage noch einmal sehen. Und als Zückerchen sahen wir einmal mehr die Hurtigruten - diesmal von Ferne. Wer weiss, vielleicht zum letzten Mal auf unserer Reise? Denn wir werden uns nun im Inland langsam gen Süden auf den Weg machen.


Sonntag, 1. September 2013

3 + 3 + 4 = 10 (Dreiländereck)

Drei Grenzen, drei Zeitzonen, vier Schweizer. So ganz knapp das Zahlenspiel. Im Pasviktal, im Nationalpark Øvre Pasvik, liegt der Punkt, wo die Grenzen von Russland, Norwegen und Finnland aneinanderstossen. Der Punkt ist zu Fuss mit einer gut 5km langen Wanderung erreichbar. Die Grenze, und vor allem die geltenden Regeln, sind für uns Schweizer durchaus eindrücklich. 

Zuerst ging es von Kirkenes über 100km ins Tal hinein. Am Ende führte eine 20km lange Schotterpiste der Marke "Rahm und Butter" in die Wildnis. Auf dieser Piste würde sogar Milchdrink zu Butter. Gut geschüttelt kamen wir am Parkplatz an. Und wen treffen wir? Zwei Schweizer mit ihrem Camper. Wir trauten unseren Augen kaum. Sonst ist kein Mensch zu sehen. Wir machen die Bekanntschaft mit Claudia & Martin. Beide sind für die nächsten Jahre auf Achse mit offenem Ziel. Wir sind mächtig beeindruckt von ihren Plänen und ihrem Mut, alles zurückzulassen. 

Gemeinsam wandern wir zum Dreiländereck und zurück. Die Begleitung durch die norwegische Armee ist einmalig. Kaum losgewandert, steht ein Soldat am Wegrand und fragt, ob wir alle Hinweise auf den Tafeln verstanden hätten. Er macht uns noch einmal auf die Regeln aufmerksam, die an der Grenze gelten. Prinzipiell muss man von der russischen Seite genügend Abstand halten. Sonst kann es schnell ungemütlich werden.

Wir wandern weiter. Beim Dreiländereck treffen wir wieder zwei norwegische Soldaten. Die sicherstellen müssen, dass die Touristen sich an die Regeln halten. Ein munterer Austausch ergibt sich und wir erfahren, wie der Betrieb an der Grenze so vor sich geht. Sehen die Norweger von ihrem Wachtturm nahe dem Parkplatz Touristen, rücken sie aus und betreuen die Personen. In der ganzen Sommersaison besuchen bloss ca. 900 Personen die Grenze. Also weniger als 10 Nasen pro Tag. Die Betreuung gilt 7 x 24 Stunden und über das ganze Jahr. Verspürt jemand Lust, um 3 Uhr morgens an die Grenze zu pilgern, müssen die Soldaten ausrücken und die Betreuung sicherstellen. Diese Dienstleistung ist wirklich speziell.

Ganz besonders gefreut hat uns heute die Begegnung mit Claudia & Martin. Der Austausch war sehr interessant und wir drücken den Beiden alle vier Daumen für einen tollen weiteren Reiseverlauf. Den wir auf ihrer Webseite mitverfolgen werden. Es hat Spass gemacht, mit euch die Wanderung an diesen speziellen Ort erleben zu dürfen. 


Oben Links: gelber Pfosten = Norwegen - rot/grün = Russland - in der Mitte = Niemandsland
Oben Mitte: links Russland, rechts Finnland
Oben Rechts: Grenzpyramide - umrunden verboten, da man sonst kurz in Russland steht
Unten Links: Eine der vielen Tafeln mit den Regeln
Unten Mitte: Die Soldaten bei der Grenzpyramide
Unten Rechts: Gabi, Urs, Martin, Claudia - geknipst von den Soldaten (merci)

Samstag, 24. August 2013

Beeren auf Eis

Der heutige Besuch des Lyngsdalen barg eine feine Überraschung. Wir trafen eine reich gedeckte Beerentafel an. Zuerst begrüssten uns beim Aufstieg jede Menge wilder Himbeeren. Die Früchte waren süss und sonnenwarm. Wir sammelten und assen fast 3/4 Stunden lang feinste Beeren. Ein wenig weiter oben sahen wir Norweger mit Kübeln rote Beeren sammeln. Wir schauen genauer hin und sehen: alles ist voller reifer Preiselbeeren. Davon probierten wir ebenfalls. Und als dritte Beerenvariante gab es die obligaten Heidelbeeren. Ob das Tal eher Beerental denn Lyngsdalen heissen sollte? Am Ende des Tales bot sich ein prächtiger Blick auf mehrere Gletscher und deren Zungen, die bis ins Tal kommen. Es wurde klar, wieso die Lyngenalpen für Bergwanderungen nur eingeschränkt zugänglich sind. Die Zahl der Gletscher ist gross, die Berge sind steil. Das Tal selber ist wunderschön. Vor allem bei dem Sonnenschein, den wir heute hatten. Beim Herbstbeginn Sonne und 15 Grad. Das lassen wir uns gefallen. 

In Lyngseidet, wo wir im schönen Appartement übernachteten, stellten wir gestern fest: das ist im Winter die Station von Montanara. Mit ihnen gehen wir oft auf Skitour. Sie bieten eine Tourenwoche in den Lyngenalpen an. Und wir logieren aus purem Zufall im Sommer am selben Ort :-). 

Heute Nacht verbringen wir auf dem höchsten Pass in Nordnorwegen, dem Kvænangsfjell. Schwindelerregende 402 MüM. Aber ein Feeling wie auf 2'500 MüM. Draussen wabbert der Nebel, der Wind bläst stark und wir haben eine Hütte, die eher ein Indoorbiwak ist. Gekocht haben wir draussen mit dem MSR-Kocher. Immerhin sollen wir morgen früh ein Morgenessen erhalten. Mal sehen. 


Sonntag, 18. August 2013

Glückspilze!

Über Nacht wechselte das Wetter. Prächtig sah es am Morgen aus. Wir waren glücklich, hatten wir doch den Rasmustind (1'224 MüM) auf der südlichen Halbinsel der Lyngenalpen für den heutigen Tag vorgesehen. Von diesem Gipfel hat man einen tollen Ausblick auf das Herz der Lyngenalpen. Zusätzlich eine 360° Rundsicht über alle Berge, die hier in der Gegend das Auge erfreuen. 

Schon der Einstieg zum Aufstieg war ein Traum. Ein Flusstal, urtümlich, sonnendurchflutet und glitzernd, da noch die Regentropfen von gestern an den Ästen der Birkenbüsche und am Gras hingen. Und eine Wegspur (Rentierwechsel), die gut zu gehen war. Weiter oben öffnete sich das Tal und wurde weiter. Wir schraubten uns Schritt für Schritt in die Höhe. Auf Wegspuren oder weglos. Ein Traum. Auf dem Gipfel dann die erhoffte Aussicht. Die Luft war ausserordentlich klar heute. Man sah weit. Und wir sahen viel. So genossen wir die herrliche Aussicht. Es war warm oben. T-Shirt Wetter. Um 16.00 Uhr machten wir uns an den Abstieg. Und rund 2 1/2 Stunden später waren wir wieder beim Auto auf 20 Meter über Meer. Natürlich nicht ohne den obligaten Heidelbeerhalt beim Abstieg. Es hat tonnenweise reife Beeren. Getroffen haben wir während der ganzen 8 Stunden Tour genau 0 Menschen. Dafür 6 Rentiere. So quasi mit den Rentieren auf Du und Du war das Motto. So nah waren sie. 


Eindrücke von der Tour auf den Rasmustind

Film vom 360° Panorama auf dem Rasmustind

Der Tag war schlicht perfekt. Und das späte Abendessen rundete den Sonntag ab. Satt, glücklich und zufrieden geniessen wir unser Privileg, hier oben unterwegs zu sein. 


Linsen, Kartoffeln, Rüebli und Banane an einer Curryrahmsauce, oben drauf ein im Ofen gegarter Lachs


Freitag, 16. August 2013

Wer läuft mir da durch den Salat?

Morgens um 04.00 Uhr. Es regnet. Und dann: in der Wetterküche haben sie ins richtige Regal gegriffen und die Variante "wolkenlos blauer Himmel mit viel Sonne und Wärme" rausgenommen. Heute hatte es, ohne Heizung, über 20 Grad. Ein Prachtstag. So blieb uns nicht anderes übrig, als eine Bergwanderung zu machen ;-). Der Tromsdalstinden (1'238 MüM) stand auf dem Programm. In einer leicht abgewandelten Form. Nämlich mit Start und Ziel auf dem Storsteinen. Was am Ende eine 8 1/2 stündige Tour mit knapp 1'700 Höhenmetern ergab. Es war einfach nur schön. 

Und der mit dem Salat? Nach dem Abstieg vom Tromsdalstinden mussten wir nochmals aufsteigen. Gen Seilbahn. Dabei wählten wir die Freestyle-Variante, da uns der Weg zu weit unten war. Und siehe da. Wir kamen hinter ein paar Felsen hervor und ein ganzes Rudel Rentiere blickte überrascht. Die fragten sich wohl, wieso da zwei Touristen mitten durch ihren Salat latschen. Beide Parteien entschieden sich, ruhig zu bleiben und sich gegenseitig zu beobachten. Bei den Rentieren hatte es zwei Prachtsexemplare mit riesigen Geweihen dabei. Imposant. Und für uns ein Grund, den Abstand von 20 Metern nicht zu verkleinern. Auch wenn das weisse Rentier extrem gwundrig war und näher kam. 




Der Tromsdalstinden ist eine sehr empfehlenswerte Bergwanderung. Zur Abwechslung sogar mit Weg und mal nicht überhängend. Die Aussicht von oben ergibt ein 360° Panorama. Man sieht die Berge der Lyngenalpen genauso wie die ganzen Fjorde rum um Tromsø. Einmalig. Vor allem bei den Verhältnissen, die wir heute hatten. Sogar auf dem Gipfel war T-Shirt Wetter angesagt. Der Aufstieg vertrug kurze Hosen. Was für ein Gegensatz zur Kälte von gestern. 


Oben links: Biologisches Wegzeichen / Grosses Bild: der Tromsdalstinden

Donnerstag, 15. August 2013

20 Grad auf dem Gipfel (791 MüM)

Wir hatten heute tatsächlich 20 Grad auf dem Gipfel des Kjølen (791 MüM), direkt neben Tromsø gelegen. Auf diese Temperatur heizt dort oben der Thermostat die Schutzhütte :-). Draussen wabberten Nebelschwaden über das Gipfelplateau und das Rucksackthermometer meinte, es sei 7 Grad. Unser Eindruck war auch eher frostig. Die erhoffte Aussicht fiel aus. Von der Schutzhütte wussten wir aus dem Routenbeschrieb. Dass diese Strom und eine automatische Heizung hat, war die angenehme Überraschung. Das Sandwich an der Wärme zu geniessen ist klar angenehmer als draussen an der Kälte zu sitzen. Der Aufstieg auf den Berg war zur Abwechslung leicht zu finden. Auch wenn der Weg eine lange Kurve machte, deren Sinn sich uns nicht wirklich erschloss. Dafür trotteten wir 30 Minuten länger rauf. Schön war es trotzdem. Tromsø liegt bereits im Gebiet des Volkes der Samen. Ergo war es logisch, dass wir ein Rentier antrafen. Vermutlich werden von denen noch viel mehr sehen, sobald wir weiter gen Norden kommen. Ich habe das Tier trotzdem abgelichtet. 


Ein einsames Rentier

Die kleine Schutzhütte rechts war schön warm 

Vor der Bergwanderung stand unser Logiswechsel an. Wir packten alles Gepäck zusammen, schleppten es drei halsbrecherisch steile Treppen nach unten und verluden es ins Auto. An der Reception teilten sie uns mit, dass wir, im Gegensatz zur gestrigen Auskunft, in unserer Dachwohnung bleiben können. Tja, Freude und Frust über das sinnlose Geschleppe hielten sich in etwa die Waage. Am Abend schleppten wir alles wieder hoch. Und haben dafür eine geputzte Wohnung. Immerhin. 

Zum Znacht kochten wir einmal mehr fein. Spinat, Kartoffeln, Champignons, Schalotten und Knoblauch als Gratin. Bedeckt von ein wenig Käse und darüber garte ein fangfrisches Dorschfilet. Es war mega lecker! Eine Küche mit Backofen ist der wahre Luxus. 

Und von der Technikfront: Staub auf dem Sensor der Spiegelreflex. Seit gestern. Der Staub war sehr anhänglich und hat sich hartnäckig allen Putzversuchen wiedersetzt. Jetzt hat er aufgegeben und die Testaufnahmen sind sauber. Ich hoffe, das bleibe so. 

Bergwanderung fast um Mitternacht

Wir sind nachtaktiv. Mit der Luftseilbahn fuhren wir um 22.00 Uhr auf den Storsteinen. Dem Aussichtsberg von Tromsø und 421 MüM. In einer knappen halben Stunde wanderten wir auf den Fløya, einem Gipfel auf 671 MüM. Die Aussicht auf das nächtlich beleuchtete Tromsø war einmalig schön. Wir waren am Ende alleine auf dem Berg. Knapp nach halb zwölf fuhr das Hurtigrutenboot unter der grossen Brücke durch und legte in Tromsø an. Es hat sich gelohnt, am späten Abend auf den Berg zu fahren und nicht am Tag. Ende Woche fährt die Bahn nicht mehr bis 01.00 Uhr und die einmaligen Ausblicke zu später Stunde sind vorbei. 



Tromsø kurz vor Mitternacht - mit Hurtigruten bei der Hafeneinfahrt

In Tromsø besuchten wir heute das Polaria. Ein Museum das sich der arktischen Welt annimmt. Gelockt haben uns zwei Filme. Einer über Spitzbergen, der andere über die Polarlichter. Würden wir nochmals gehen? Wohl eher nicht. Auch wenn der Film über Spitzbergen durchaus schön anzusehen war. Der Streifen über Polarlichter war nicht wirklich toll. 

Weiter war die Mack-Brauerei auf der Liste der zu besuchenden Punkte. Hier wird das nördlichste Bier gebraut. Wir fragten uns gestern, wieso die Brauereigebäude so heruntergewirtschaftet aussehen. Die Antwort fanden wir heute: die Brauerei (Produktion) ist im Herbst 2012 ausgezogen und hat 70km von Tromsø weg ein brandneues Fabrikationsgebäude bezogen. Die alten Hallen stehen grösstenteils leer. Und harren wohl ihrer Umnutzung. 

Tromsø

Weiter planten wir heute unsere nächsten Etappen um. Die Lyngenalpen entpuppten sich als nicht wirklich wanderbar. Zu steil, zu weglos und nicht mal für Norweger für Wanderungen geeignet. Sie sind primär im Winter interessant. Für Freeriding und Skitouren. Wir entschieden uns, länger in Tromsø zu bleiben und von hier aus Bergwanderungen zu unternehmen. Was dann zur Folge hatte, dass wir in Sachen Appartement ins Dribbeln kamen. Die Verhandlungen sind schon weit gediehen. Morgen sehen wir, wo wir genau logieren werden. Ein Umzug muss auf jeden Fall sein. 


Samstag, 10. August 2013

Adrenalinkick mit Powerhiking

Ja, heute war ein spannender Tag. Zuerst früh (05.30 Uhr) aufstehen. Um das Expressboot auf die Insel Skogsøya zu erwischen. Das hat geklappt. Auf der Insel war der Plan, auf den höchsten Berg zu steigen. Den Stigkollen (707m). Das hat auch geklappt. Aber wie. Der Aufstieg war ein ziemlicher Adrenalinkick. Die Wegspuren (zum Glück mit Markierungen) gingen schlicht gerade den Berg hinauf. Auf grösseren Strecken mussten wir die Hände zu Hilfe nehmen und uns teilweise an Birkenbüschen festhalten. Echt grenzwertig und wir waren froh, als wir oben waren. Gemäss Karte gibt es noch einen anderen Weg. Den wollten wir runtergehen. Bloss: wo ist er denn? Vermutlich irgendwo verschwunden. Somit mussten wir unsere Diretissima wieder runter. Was dann erstaunlich gut klappte. 


Kein Witz: 700 Höhenmeter einfach gerade rauf - teilweise fast senkrecht 


Panorama kurz unterhalb des Gipfels - der "Chrampf" hat sich gelohnt 

Unten am Meer angekommen, gab es eine Pause. Bis ich den Fahrplan für das Expressboot las. Da brach kurz Hektik aus und wir machten Powerhiking zum Schiffsanleger. Um dann zu merken, dass heute ja Samstag ist und das Schiff um die Zeit gar nicht fährt. Super! 4 Stunden Wartezeit. Was tun? Logisch: weiter gehen. Ins hinterste Eck der Insel. Wo es vermutlich das einzige Kaffeehaus gibt. Wenn es denn nicht, wie heute, geschlossen ist wegen einer Hochzeitsgesellschaft. Der Wirt war sehr nett und gab uns gratis Kaffee und Tee aus. Verbunden mit der Info, dass heute die norwegische Königin Sonja auf den Berg Øksnesheia gewandert sei. Ob das stimmt? Der Wirt insistierte jedenfalls, als ich meine Zweifel äusserte. Ihr erinnert euch an einen anderen Blogeintrag, in dem die ca. 75-jährige Dame vorkam? Ebenfalls als Wanderin. Weiter seien heute von Bergläufern 4 Elche gesichtet worden. Auf der Insel leben rund 50 Stück der Viecher. Plus Rentiere. Wir hingegen sahen einen Seeadler seine Kreise drehen und scheuchten im Aufstieg ein paar Birkhühner und oben ein paar Schneehühner auf. 

Jep, was ist nun mit den 4 Stunden? Wir legten uns bei der Kirche ins Gras. Kurz darauf kam das Expressboot, welches eigentlich in die falsche Richtung fuhr. Nochmals wurden wir kurz hektisch, packten alles zusammen, stiegen spontan zu und es hat sich gelohnt! 3 Stunden lang schipperten wir durch Fjorde, hatten wunderbare Aussichten auf die Berge der Vesterålen und genossen die Fahrt. Noch selten waren wir so froh, einen Fahrplan falsch gelesen zu haben. 


Und was wir sonst noch so sahen heute 



Dienstag, 30. Juli 2013

Einfach grandios: Umgebung und Tierwelt

Heute überschlugen sich die Superlative. Zuerst die Bergtour auf den Matmora (788m) auf Austvagøya. Im Aufstieg bis 45° Grad steil. Da half uns der gute Weg. Von oben hat man eine Aussicht: Da blieben uns die Mäuler offen. Auf dem Gipfel waren wir am Anfang alleine. Dann trafen zwei Schweizer Studenten ein. Wir tauschten unsere Eindrücke aus und fanden heraus, dass wir in den letzten Tagen zum Teil fast an denselben Orten waren. 

Zum Dessert warteten rund 5 km Gratwanderung für Schwindelfreie vom Allerfeinsten. Mit dem zweiten Gipfel, dem Delpen (374m) als Abschluss. Wir sind jetzt noch ganz hingerissen von dieser Tour! Vor allem war der Abschluss einmalig. Eigentlich hätten wir 7 km der Strasse nach zum Auto wandern müssen. Zum Glück stoppte nach gut 2 km ein Paar aus Frankreich mit ihrem Camper als wir Autostopp machten. Sie nahmen uns bis zum Parkplatz mit. Dort angekommen trafen wir ein Paar aus Berlin mit ihrem Camper. Sie luden uns zum Espresso ein. Wir tauschten Reiseerfahrungen aus und freuten uns, so richtig Zeit zu haben. 


Eindrücke vom Matmora


Die Tierwelt machte ebenso Eindruck. Beim Aufstieg trafen wir ein Gelege mit sieben Eiern an. Leider wissen wir nicht, welchem Vogel die Eier gehören. Die Eigentümerin war gerade nicht zu Hause. Kurz nach dem Gipfel des Matmora glückten mir tolle Bilder eines Schneeehahns. Und kaum zurück in Svolvær ging rund um unserer Rorbuer die Post ab. Eine Möve vom Modell klein hat ein Junges ausgeführt. Eine Möve vom Modell gross zieht direkt vor der Hütte zwei Junge auf. Und direkt gegenüber, auf der anderen Seite des schmalen Fjordarmes, wieselte ein Wiesel umher. 


Schneehahn 




Mövensortiment vor unserem Rorbuer



Samstag, 27. Juli 2013

Aussicht vom Balkon - den man zuerst mal erklimmen muss

Direkt von Å aus starteten wir zur Bergtour. Gemäss Beschreibung im Reiseführer war die Route zwischen mittel und schwierig einzustufen. Bald kamen die ersten Kettenpassagen. Ups, wie kommt denn das heute raus, fragten wir uns? Bergwanderwege in Norwegen sind im Schnitt anspruchsvoller als solche bei uns. Nicht oder selten markiert, und eigentlich ist dauernd irgendwie Balancieren angesagt. Sei es über Steine, Felsbrocken oder sumpfige Moosrücken. 

Der Weg war dann am Ende gut machbar. Nach rund 1 Stunde ging es nach gut norwegischer Art in die Wand. 40 Minuten, 400 Höhenmeter. Ein richtiger Balkon über Å. Wir genossen die warmen Sonne und die prächtige Aussicht. 


Prachtvolle Aussichten

Die kleine Hosensackkamera macht tolle Panoramen - ganz vorne am Meer liegt Å




Freitag, 26. Juli 2013

Beam me up, Scotty

Morgens um 07.15 Uhr Abflug in Frankfurt. 14.30 Uhr Abmarsch zur Bergwanderung in der Nähe von Bodø. Bei wunderbarem Sommerwetter. Perfekt war das! Die Aussicht geniessen und vor allem die Sonne ist schlicht herrlich. Morgen fahren wir mit der Fähre raus auf die Lofoten. Das Wetter stimmt. Wir freuen uns. Endlich ist es hier Sommer. Was die Einheimischen nach draussen treibt. Und uns auch :-).


Abendstimmung in Bodø

Sommerabend im Hafen von Bodø

Endlich Sommer - man sitzt draussen

Mittwoch, 24. Juli 2013

Sommer in Bodø

Der Sommer ist da, mit 24 Grad richtig perfekt und alle Norwegerinnen und Norweger tragen ihre Sommerkleider. Auch Gabi zieht die kurzen Hosen an, schmiert sich von oben bis unten mit Sonnencreme ein und los geht's nach einer kurzen Autofahrt gen Heggmotinden 798 müM. Dank zwei norwegischen Beerenpflückerinnen gelingt der Einstieg auf den gänzlich unmarkierten Wanderweg problemlos. Der Weg steigt sanft an, ist einfach - über Felsplatten oder moorigen Untergrund - und bald wird die Aussicht einmal mehr atemberaubend. Der zweite Gast auf dem Gipfel ist ortskundig und kann über die Lokalisation des gestrigen Berges Auskunft geben. In der Bildmitte der Steigtinden mit Sicht auf seine Nordwand.


Gabi auf dem Gipfel

Und die traumhafte Aussicht

Dienstag, 23. Juli 2013

Steigtinden und perfektes Wetter

Mit Hilfe der Anwohner den Parkplatz im Gebüsch und den Startwegweiser Steigtinden (793 müM) gefunden und los geht's. Zuerst noch flach und sumpfig steigt der Weg bald steil an durch den Birkenwald und langsam lässt sich die Aussicht erahnen. Ein kleines Schild gibt die Grenze des Nationalparks an. Bald lichtete sich der Wald und geht über ins Fjell. Keine Wolke am Himmel, am Horizont sind die Lofoten sichtbar, bereits auf einer Höhe von etwa 500m ist die Sicht atemberaubend. 

Ein paar Schafe kreuzen den Weg. Was trottet den da? Gabi sieht ihr erstes Rentier aus der Nähe! Und das Rentier sieht Gabi zum ersten Mal. Als es das merkt, macht es kehrt, Gabi drückt ab und ... das Foto zeigt später eine nette Graswiese, das Rentier hat sich schneller als geahnt aus dem Staub gemacht!

Der nur am Anfang spärlich markierte Wanderweg führt nun über einen breiten Felsrücken. Im Nebel wäre die Orientierung schwierig, muss doch bei besten Sichtverhältnissen immer wieder der Weg erahnt werden. Der Gipfel ist sichtbar und damit der steile Schlussaufstieg. Doch dieser lohnt sich: eine einmalige Aussicht zeigt zahlreiche Seelein, Fjorde und Küstenstriche sowie Gipfel und Wälder, eine unglaubliche Augenweide! Und im Hintergrund im Dunst die Lofoten, auf welchen wir ab Freitag weilen werden.

Auf dem grossen Bild rechts oben sieht man ganz hinten die Lofoten - und die Wegzeichen waren ziemlich einzigartig. Zur Belohnung Brot und Rüebli aus Norwegen, und einen Apfel aus dem Südtirol.

Das Gipfelpanorama im Kurzfilm (funktioniert nicht auf iPad & iPhone)

Samstag, 6. Juli 2013

Sonne und 25 Grad

Über Nacht haben sie den Sommer eingeschaltet. Ein wunderbarer Tag liegt hinter uns. Direkt von Lom aus machten wir eine mehrstündige Bergtour. Vorher verabschiedeten wir uns von unserem Blockhaus beim Fossheim Hotel. Dahin wollen wir mal wieder! Die Tour führte auf den Læshøe(1‘204m). Einem Gipfel direkt über Lom mit prächtiger Aussicht auf das Dorf und ins Fjell. Ab 900m waren wir über der Waldgrenze und hatten freie Sicht. Wir haben die Tour genossen und nach der Rückkehr in der bekanntesten Bäckerei Norwegens, der Bakeriet Lom, wunderbare Backwaren genossen. Ich hatte in Skandinavien definitiv noch nie eine so gute Zimtschnecke wie heute. Der Hammer. Genauso das Muffin von Gabi. Das Brot ist so fein, wir kauften einen Laib, liessen das warme Nachtessen ausfallen und genossen frisches Brot mit Butter und Konfi in unserem Zimmer. Heute logieren wir im Grotli Høfjellshotel. Urgemütlich ist es hier. Und sicher angenehmer als ein paar Kilometer vor Grotli. Da fanden wir auf einem Campingplatz das "Rollende Hotel", mit Einzelhaltung der Touristen in netten Boxen. Erinnert mich an die Hundeboxen, die die Schlittenhunde in Schweden haben wenn sie transportiert werden.

Die Stabkirche von Lom aus anderer Perspektive

Die Blogautoren

Hier muss man einfach einkehren und geniessen!

Massentouristenhaltung - man beachte den Anhänger mit den "Hundeboxen" links