Samstag, 7. September 2013

Traum auf dem Fjäll

Zuerst fährst du Sesselbahn. Notabene eine Bahn von Brändle, Zürich. Dann steigst du auf einem einfachem Weg auf den Njullá (1'164 müM). Nachher wanderst du stundenlang durch das Fjäll. Du geniesst die grossartige Einsamkeit in der weiten Landschaft. Sie leuchtet in den tollsten Herbstfarben. Den Weg musst du manchmal suchen. Die Karte ist eher eine Zeichnung und gibt höchstens eine Idee, wo der Weg verlaufen könnte. Der Weg dauert länger als geplant. Denn in Wirklichkeit ist er nicht so gerade wie auf der Karte. Die Stimmungen, die das Licht gestaltet, sind wunderbar. Das Wetter ist herbstlich kühl. Der Wind bläst und so fühlen sich die 4 Grad kalt an, trotz Sonne. 

Auf dem Weg stolperst du fast über einen Schneehahn und drei Schneehühner. Sie flüchten nicht und lassen sich ablichten. Gabi bemerkt währenddessen ein Rudel Rentiere. Die uns beobachten und in einem grossen Bogen umgehen. 

Du steigst auf den Passübergang, wo der Nebel wabbert. Die Sicht ist gerade noch gut genug um das nächste Wegzeichen zu sehen. Bald lichtet sich der graue Vorhang zum Teil und lässt die Abendsonne durch. Rechts von dir taucht plötzlich ein grosser Gletscher aus dem Nebel auf. Auf der Karte keine Spur davon. 

Am Ende läufst du direkt aus dem Nebel auf die Hütte zu. Die endlich auftaucht. Es ist 20.30 Uhr, die Hütte wunderbar gemütlich und geheizt. Der Empfang herzlich. Die Hütte ist die höchstgelegene Berghütte Schwedens, liegt auf 1'230 müM und heisst Låktatjåkkastugan.

Du bestellst heisses Wasser und bereitest das Trekkingmenu zu, das du zur Hochzeit geschenkt bekommen hast. Dazu trinkst du ein kühles Bier. Das Menü ist gut, was dich überrascht. 

Nach dem Kaffee sitzt du satt und zufrieden am Kaminfeuer an der höchsten Bar Schwedens auf 1'250 Meter über Meer. Und du wärst verrückt, wenn du nicht glücklich und zufrieden wärst! Was für Gabi und mich gilt :-).

PS: Der höchste Briefkasten Schwedens hängt ebenfalls hier oben.