Mittwoch, 25. September 2013

Moderne Architektur

Die einstündige Führung hinter die Kulissen des Opernhauses lehrt uns, wieso Opernhauseintritte meistens teuer sind. Hier ist erstens das Gebäude Hochtechnologie vom Feinsten, auf dem letzten Stand der Technik und der Logistik. Zweitens ist der Personalbedarf an einem Opernhaus enorm. Wir wissen nun, wieso wir einen schönen Batzen unseres Steuergeldes ans Opernhaus in Zürich zahlen. Das Opernhaus hier ist einmalig. Es war eine politische Forderung, das Gebäude offen zu halten. Das heisst, das Opernhaus ist jeden Tag ab 07.00 Uhr bis in die Nacht hinein für das Publikum offen. Egal ob Vorstellung ist oder nicht. Die Forderung ist in die Architektur eingeflossen. Der Eingang fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein und fällt nicht auf. 

Den weiteren Nachmittag verbringen wir inmitten modernster Bauten. Das Aker Brygge Quartier ist im Moment im Umbruch und wird komplett neu gestaltet. Genauso wie das Gelände rund um die Oper. Die alten Hafenanlagen werden seit etwa 2003 durch neue Nutzungen ersetzt. Die Vielfalt der architektonischen Kreativität ist beeindruckend. Vieles gefällt, bei anderen Bauten fragen wir uns, wie die wohl in 10, 20 Jahren aussehen werden. Die Umgestaltung dauert noch bis ungefähr 2019. Es lohnt sich sicher, bald wieder nach Oslo zu reisen und die neuen Gebäude anzuschauen. 

Es werden viele Wohnbauten erstellt. Wobei das wohl nicht der soziale Wohnungsbau ist. Eine 106 m2 grosse Wohnung mit 3 Zimmern kostet um die 10 Mio. Norwegische Kronen. Das sind umgerechnet über 1.5 Mio. Schweizer Franken. Wenn wir das mit den Preisen für Häuser im hohen Norden Norwegens vergleichen, ist das ein Quantensprung nach oben. 

Bei einem Kaffee überlegen wir uns, wie sich wohl die top gestylten und geschniegelten jungen Leute, die hier wohnen und arbeiten, mit den samischen Rentierhirten im Norden von Norwegen verstehen würden. Die Gegensätze, die wir in den letzten 3 Monaten gesehen haben, sind enorm. 

Das Wetter hat sich heute am Morgen nass gezeigt, dann wurde es je längers je besser. Die Temperatur rutschte hingegen in den Keller. 6 Grad sind erfrischend frisch. Nach den 19 Grad von vorgestern.


Aker Brygge - Neubauten

Dienstag, 24. September 2013

20 Kilometer Bilderbuch

Stadtrundgang in Oslo. Abends hatten wir müde Beine und 20km in den Schuhsohlen. Plus viele tolle Eindrücke im Kopf gespeichert. Zuerst geht es gen Schloss. Per Zufall treffen wir die Wachablösung. Die ein wenig speziell ist. Die Schlosszufahrt wird renoviert. Die Wachablösung findet vorübergehend neben dem Schloss auf einem ganz kleinen Kiesplatz statt. Als Zuschauer ist man mittendrin und auf Tuchfühlung mit den Soldaten. 

Bei der Stadtwanderung gibt es alle paar Meter neue Eindrücke und viele farbige Bilder. Sogar Weisswangengänse sehen wir. Die funktionieren fast wie Rasenmäher und ernähren sich von Gras und anderem Grünzeug. 

Oslo unterscheidet sich markant von anderen norwegischen Städten. Grosse, zum Teil prunkvolle Bauten sind zu sehen. Holzhäuser sind selten, meist wird in Stein, Beton und neuer in Metall und Glas gebaut. Alles ist tadellos herausgeputzt und wird gut unterhalten. Was sich an der Zahl der Baustellen zeigt. Da kann sich Oslo mit Zürich messen ;-). 


Eindrücke aus Oslo
Die Skulpturen von Gustav Vigeland im Vigeland-Skulpturenpark sind speziell und sehenswert. Das schöne Herbstwetter ist prächtig und man sieht die Leute die Sonne geniessen. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und finden es beeindruckend, wie lebensecht Gustav Vigeland die Skulputuren aus dem Stein gehauen hat. Es gefällt uns nicht alles. Die Auswahl ist mit 212 Skulpturen aber gross genug.


Eindrückliche Skulpturen von Gustav Vigeland
Später gehen wir zurück in unsere Wohnung. Vorher kommen wir am Opernhaus vorbei. Das ist das Gebäude, auf das man gehen kann. Und wie. Das ist wirklich der Hammer. Und die Architekten haben ihre Preise, die sie für diesen einmaligen Bau erhalten haben, wirklich verdient. Die Abendsonne trägt ihren Teil zu schönen Fotos bei. Wir freuen uns auf die Führung am Mittwoch. Wir konnten zum Glück Billette buchen. Die Führungen sind sehr begehrt und oftmals ausgebucht. 


Opernhaus Oslo von Aussen und von Innen
Beim Eindunkeln mache ich mich auf eine kurze Fototour durch das Neubauquartier, in dem wir wohnen. Die neuen Häuser sind hoch und sehenswert. Uns gefällt, was die Architekten ausgeheckt haben. Auf Grund von Fotos sieht man, wie die Gegend vor rund 14 Jahren ausgesehen hat. Vermutlich werden die Bauarbeiten bis in 3 oder 4 Jahren abgeschlossen sein. Oslo wächst im Moment sehr schnell, was man an den vielen Neubauten sehr gut sehen kann. 


Neubauviertel bei der Oper in Oslo

Der "Bring" - wo ist der "Hol"?

Seit dem ersten Tag in Norwegen verfolgt uns ein Rätsel. Im ganzen Land gibt es die grünen Autos der Firma "Bring". Die bringen tatsächlich. Nämlich Waren aller Art. 

Aber: Wir haben noch nie einen Wagen von "Hol" gesehen. Wer holt den all die Sachen? Immer nur "Bring" führt zur kompletten Überfüllung. Norwegen wird irgendwann aus allen Nähten platzen ...


Edle Veloständer

Gefunden im Neubauquartier bei der Oper in Oslo. Die edelsten Veloständer, die ich jemals sah. Sogar mit Lichteffekten ausgestattet. Da macht das Fotografieren auch in der Nacht Spass :-)


Gruss vom Fotografen

Fotografieren ist ein Vergnügen. Aufnahme aus der edelsten und teuersten öffentlichen Toilette Norwegens (Oslo Oper).

Montag, 23. September 2013

5 Ringe, 2 Vögel und 1 Hauptstadt

5 Ringe? Genau, wir sind in Lillehammer gewesen, der Olympiastadt von 1994. Auf der Fahrt nach Oslo besuchen wir die Eishalle in Hamar. Die sieht aus wie ein umgedrehtes Vikingerschiff, ist eine der grössten Hallen auf der Welt und hat einen Architekturpreis erhalten. Uns gefällt die Halle, die mal nicht einfach zweckmässig hässlich aussieht. Eine andere Variante einer olympischen Eishalle besuchen wir in Gjøvik. Da haben sie einfach ein Riesenloch in den Berg gesprengt und die Eishalle direkt in den Fels gebaut. Sieht interessant aus und ist offenbar von der Akustik her der Hammer. Die Halle wird nicht nur für Eishockey sondern auch für Konzerte verwendet. 



Die Weiterfahrt nach Oslo verläuft abwechslungsreich. Kornfelder, viel Wiesen und generell eine sehr schöne Landschaft. Wir fahren teilweise auf Nebenstrassen. Und sehen eine Kranichmutter mit ihrem Jungen. Sie liessen uns relativ nahe herankommen.







In Oslo sehen wir den ersten grossen Stau seit Reisebeginn. Wir sind definitiv wieder "unter Menschen". Über unser Appartement wird es, wie in Røros, einen eigenen Blogbeitrag geben. Ich möchte zuerst noch ein paar Fotos schiessen. Eines vorweg: wir sind von unserer Bleibe begeistert. Die Ausnahme sind zwei Lampen, die total 5 Birnen haben, von denen alle zusammen kaputt sind. Zum Glück hat es noch andere Lichter. 


Hier ein paar erste kleine Eindrücke von heute Nacht. Die grosse Rauchwolke rührt von einem Grossbrand her. Es muss heftig brennen, in der Luft hängt Brandgeruch und in der Stadt blinken Blaulichter und Sirenen heulen. Update von 01.50 Uhr: ein Industriegebäude von rund 700m2 ist komplett abgebrannt. Es gab mehrere kleine Explosionen. Offenbar wurden auch nicht so gesunde Stoffe freigesetzt. Dies gemäss Feuerwehr und Schlagzeile tv2.no. Gut haben wir alle Fenster zu. 



Sonntag, 22. September 2013

"Friluftsliv"

Bergwandern geht nicht. Es hat keine Berge. Fjellwanderung in den Bäumen ist beim herrschenden Sonnenschein nicht optimal. Denn die Sonne wollen wir geniessen. Somit sind Ideen gefragt. 

Gestern haben wir in Sjusjøen einen markierten Wanderweg rekognosziert. Der stellte sich als präparierte Wanderpiste heraus. Dann gibt es noch einen Spazierweg. Der ist, kein Witz, 70 km lang. Was einen doch längeren Spaziergang ergeben würde. Wir entscheiden uns für den markierten Wanderweg. Aber in der Joggingversion. Mit uns ist die halbe Gegend auf der Piste. 

Die Norweger sind echte Sportfanatiker. Tip top ausgerüstet wird gewandert, gewalkt, spaziert, gejoggt und Velo gefahren. Allenthalben grillieren Gruppen im mild-sonnigen Herbstwetter (12 Grad) am offenen Feuer. Von den Hütten im lichten Wald zieht der würzige Duft der Ofenfeuer mit Kiefernholz über die Landschaft. Gemäss Reiseführer hat es nirgendwo in Norwegen mehr Hütten als in Sjusjøen. An einem Tag wie heute versteht man, wieso das Wort "Friluftsliv" in der norwegischen Sprache wichtig ist. Und das "Friluftsliv" zur norwegischen Gesellschaft gehört. Die Erklärung für dieses skandinavische Phänomen, welches vor allem die Norweger zur Kunst entwickelt haben, ist hier. 

Die Rennrunde um den See haben wir genossen. Nach dem Umziehen platzieren wir die Campingstühle am Waldrand und lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen. Herrlich ist das! Dazu ein feines Sandwich und die Nachrichten zu den Abstimmungen daheim und den Wahlen in Deutschland.   

Birkebeiner-Denkmal Lillehammer 

Eine erfrischende Dusche später schlendern wir durch die charmante Innenstadt von Lillehammer. Die vielen schönen Läden fallen auf. Genauso wie die vielen Cafés. In Lillehammer fühlen wir uns wohl. Die Birkebeiner-Geschichte ist überall präsent. Und das überlebensgrosse Birkebeiner-Denkmal sieht eindrücklich aus. 



Stadteindrücke in Lillehammer