Sonntag, 22. September 2013

"Friluftsliv"

Bergwandern geht nicht. Es hat keine Berge. Fjellwanderung in den Bäumen ist beim herrschenden Sonnenschein nicht optimal. Denn die Sonne wollen wir geniessen. Somit sind Ideen gefragt. 

Gestern haben wir in Sjusjøen einen markierten Wanderweg rekognosziert. Der stellte sich als präparierte Wanderpiste heraus. Dann gibt es noch einen Spazierweg. Der ist, kein Witz, 70 km lang. Was einen doch längeren Spaziergang ergeben würde. Wir entscheiden uns für den markierten Wanderweg. Aber in der Joggingversion. Mit uns ist die halbe Gegend auf der Piste. 

Die Norweger sind echte Sportfanatiker. Tip top ausgerüstet wird gewandert, gewalkt, spaziert, gejoggt und Velo gefahren. Allenthalben grillieren Gruppen im mild-sonnigen Herbstwetter (12 Grad) am offenen Feuer. Von den Hütten im lichten Wald zieht der würzige Duft der Ofenfeuer mit Kiefernholz über die Landschaft. Gemäss Reiseführer hat es nirgendwo in Norwegen mehr Hütten als in Sjusjøen. An einem Tag wie heute versteht man, wieso das Wort "Friluftsliv" in der norwegischen Sprache wichtig ist. Und das "Friluftsliv" zur norwegischen Gesellschaft gehört. Die Erklärung für dieses skandinavische Phänomen, welches vor allem die Norweger zur Kunst entwickelt haben, ist hier. 

Die Rennrunde um den See haben wir genossen. Nach dem Umziehen platzieren wir die Campingstühle am Waldrand und lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen. Herrlich ist das! Dazu ein feines Sandwich und die Nachrichten zu den Abstimmungen daheim und den Wahlen in Deutschland.   

Birkebeiner-Denkmal Lillehammer 

Eine erfrischende Dusche später schlendern wir durch die charmante Innenstadt von Lillehammer. Die vielen schönen Läden fallen auf. Genauso wie die vielen Cafés. In Lillehammer fühlen wir uns wohl. Die Birkebeiner-Geschichte ist überall präsent. Und das überlebensgrosse Birkebeiner-Denkmal sieht eindrücklich aus. 



Stadteindrücke in Lillehammer