Sonntag, 29. September 2013

Und wir sind wieder daheim

Wir sind wieder daheim! Und am Material sortieren, waschen, vorbereiten für den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag. Und voller schöner Gedanken an die tollen drei Monate, die wir im hohen Norden verbringen durften. 

In den nächsten Tagen wird ein abschliessender Blogeintrag folgen. Wir müssen zuerst mal richtig zu Hause ankommen. Bereits jetzt danken wir für die vielen positiven und schönen Rückmeldungen zu unserem Blog. So macht das Schreiben Spass! 

Da der Blogschreiber auf der Fähre und im Autozug aus unerfindlichen Gründen praktisch kein Auge zumachen konnte, fällt er bald unter den Tisch und geht in sein heimisches Bett. Das habe ich heute Nachmittag schon mal kurz ausprobiert. Und ich darf sagen: Es ist herrlich bequem. 

Samstag, 28. September 2013

Die Wikinger kommen ...

Morgens um 10.00 Uhr laufen wir nach einer ruhigen Nachtfahrt in Kiel ein. Sonnenschein und blauer Himmel begrüssen uns. Wir entscheiden spontan, in Kiel zu bleiben und die Stadt anzuschauen. Bald merken wir: früher fuhren die Wikinger mit ihren Booten gen Süden, überfielen die Städte und kehrten nach Hause zurück. Heute läuft das in gepflegterem Rahmen ab. Die Schweden laufen mit einer Fähre den Schwedenkai an, mit der anderen Fähre die Norweger den Norwegenkai. Dann fluten Hunderte von Menschen die Stadt, fallen in die Läden ein und shoppen was das Zeug hält. Kein Wunder, sind die Kleider und Lebensmittel im Vergleich zu Norwegen doch rund 75 % günstiger. Ich hielt mit und kaufte mir in einem tollen kleinen Outdoorladen eine neue Winterjacke. Ein rechtes Stück günstiger als zu Hause. Vorher decken wir uns auf dem Markt ein. Der ist gross und sehenswert. Lebensmittel, viel frischen Fisch und anderes Mehr gibt es zu kaufen. Halb Kiel scheint auf dem Markt zu sein. 

Später fahren wir gen Hamburg. Vor drei Monaten hatte es auf der Gegenfahrbahn der Autobahn einen Megastau. Wir rechnen genug Zeit ein. Und den Megastau (über 10 km) gibt es wieder. Wieder auf der Gegenfahrbahn. Die Baustelle zog offenbar um. Unser Glück. So fahren wir locker nach Hamburg. Parkieren unser Auto praktisch vor der Beiz, wo wir für das Nachtessen reserviert haben. Dem Restaurant «La Monella». Ein 1a Tipp für alle, die mal in Hamburg sind. Das Restaurant ist ein vegetarischer Italiener. Wir haben ein Kochbuch daheim, welches wir lieben. Die Autoren sind die Beizer des «La Monella». Das Essen ist toll, die Auswahl gross und die Qualität top. Wir haben das Nachtessen, unser Abschlussessen der Reise, genossen. Vorher «liefen» wir uns hungrig bei einem Rundgang durch das Quartier Rothenbaum. 

Jetzt rollen wir bereits im Autozug gen Lörrach. Pünktlich nach 22.00 Uhr ist die Fahrt gestartet. Und am Sonntagmorgen werden wir in Lörrach ankommen.


Kieler Markt - Potpourri 

«booking.com»

Werbung und Marketing muss sein. Vor allem dann, wenn eine Dienstleistung nach intensiven Tests als gut eingestuft werden kann.
 
Auf unserer Reise haben wir über die Website «booking.com» mehrmals tolle Unterkünfte gefunden. Und nette GastgeberInnen kennengelernt. Die Buchungen sind einfach und schnell mit wenigen Mausklicks erledigt. Immer zu attraktiven Preisen. Und manchmal einmalig günstig. Die Erfahrungen sind sehr gut. Wir hatten nie ein Problem. Natürlich muss man die Angebote genau prüfen. Und halt mal «Mut zum Risiko» haben. Wir haben das nie bereut. 
 

Das aktuelle Beispiel: Die Wohnung in Oslo. Brandneu, 1a Lage, und mit rund CHF 150.00 pro Tag echt günstig. 2 Zimmer, Bad mit eigener Waschmaschine, voll ausgerüstete Küche mit Abwaschmaschine. Plus einen Balkon. Die Tiefgarage kostete einen kleinen Aufpreis. Der war es wert, wenn man die Parkplatztarife in Oslo sieht. Hier ein paar fotografische Eindrücke unseres Schnäppchens. 


Freitag, 27. September 2013

Abschied und Rückreise

Heute ist es soweit. Wir packen in Oslo unsere Sachen und fahren zum Fährterminal. Die Heimreise startet um 14.00 Uhr. Wir fragen uns, wie viele Leute es wohl auf der Fähre haben wird. Touristen hat es nur noch wenige.
 
Vor der Fähre stehen wenig Autos. Bald finden wir heraus, dass es umso mehr Fussgänger hat. Am Freitag entern ganze Gruppen die Fähre um trinkend, essend und feiernd ein Wochenende auf einer kurzen Kreuzfahrt zu verbringen. Die Norweger profitieren von den günstigen Preisen. Auf dem Schiff ist alles zollfrei. Der Trubel ist dementsprechend gross. Sogar eine Hochzeitsgesellschaft treffen wir an. Hochzeit auf der Fähre? Hauptsache, es gefällt den Brautleuten.
 
Wir sind häufig an der frischen Luft. Draussen ist es ruhiger. Das Wetter ist prächtig, der Himmel wolkenlos blau. Das Draussensein macht Hunger. Wir freuen uns auf das schöne und feine Essen vom Buffet und werden nicht enttäuscht. So fällt uns der Abschied von Norwegen leichter.
 

Einige melancholische Gedanken fliessen uns später beim Sonnenuntergang durch den Kopf. Wir lassen die tollen drei Monate unserer Reise Revue passieren und sind uns voll bewusst: eine solche Auszeit vom Alltag ist ein Privileg. Und wenn sie so schön war wie die Unsrige umso mehr.


Donnerstag, 26. September 2013

Alte Bilder, neue Schanze und ein Feuerwerk

Edvard Munch, der weltbekannte Norwegische Maler, vermachte seine Bilder der Stadt Oslo. So kommt es, dass die Bilder heute dem Publikum zugänglich sind. Sein vielleicht bekanntestes Werk ist "Der Schrei". Wir besuchen die Ausstellung zu seinem 150. Geburtstag und lassen die Bilder auf uns wirken. Keine leichte Kost, aber eindrücklich und spannend. Und im Museum war es klar wärmer als draussen. Neblig und kalt (6 Grad) war es zuerst. 


Anschliessend haben wir wieder Glück. An der Sonne essen wir unser Mittagessen. Dann steigen wir in die U-Bahn ein, die uns gen Holmenkollen führt. Wobei U-Bahn ein wenig hoch gegriffen ist. Die Linie 1 fährt auf der Strecke zum Holmenkollen primär über Boden. Wie ein Tram.
Zwischen Grau und Blau liegen 65 Minuten!


 

Der Himmel wird dunkler, ich habe Lust auf einen Kaffee. Und kaum sind wir drin, geht draussen ein längerer Regenschauer nieder. Als der vorbei ist, ist der Himmel strahlend blau. Und bleibt es. Hier ein Beispiel mit "Vorher und Nachher" Bildern. Die Unterschiede sind frappant. Und zum wiederholten Male erleben wir heute, wie die ersten Fotos gelöscht werden können. Da der blaue Himmel plötzlich strahlt - und wir auch :-). 


Beim Besuch des Holmenkollen Skistadions, mit seiner imposanten neuen Schanze, sind wir fast allein, Nebensaison sei Dank. Wir geniessen die Aussicht auf Oslo und den Oslofjord von zuoberst. Auf dem 60 Meter hohen Schanzenturm ist man über 417 MüM. Auf einem kurzen Film wird im Zeitraffer der Bau der neuen Schanze gezeigt. Diese wurde im Winter 2010 eröffnet. Der Bau wurde für die WM der Nordischen im Jahr 2011 erstellt. Imposant, was da an Stahl zusammengeschraubt worden ist. Und heute in der Landschaft steht. Man fragt sich, wie das alles hält. Ist doch der oberste Teil der Schanze freitragend. 




Zurück in der Wohnung kochen wir unseren Znacht, sitzen hin und beginnen zu essen. Plötzlich böllert es draussen los. Es tönt nach Feuerwerk. Kann das sein? Mitten unter der Woche? Ich gehe auf den Balkon und sehe direkt in ein grosses Feuerwerk, welches auf einem Hügel über dem "Ekeberg Kastellet" abgefeuert wird. Wir freuen uns ob der Farbenpracht. Und haben keine Ahnung, wieso dieses Schauspiel stattfindet. Update: Google weiss warum. Der Ekeberg-Skulpturenpark wird heute eröffnet. Das Feuerwerk ist Teil der Festivitäten.

Mittwoch, 25. September 2013

Moderne Architektur

Die einstündige Führung hinter die Kulissen des Opernhauses lehrt uns, wieso Opernhauseintritte meistens teuer sind. Hier ist erstens das Gebäude Hochtechnologie vom Feinsten, auf dem letzten Stand der Technik und der Logistik. Zweitens ist der Personalbedarf an einem Opernhaus enorm. Wir wissen nun, wieso wir einen schönen Batzen unseres Steuergeldes ans Opernhaus in Zürich zahlen. Das Opernhaus hier ist einmalig. Es war eine politische Forderung, das Gebäude offen zu halten. Das heisst, das Opernhaus ist jeden Tag ab 07.00 Uhr bis in die Nacht hinein für das Publikum offen. Egal ob Vorstellung ist oder nicht. Die Forderung ist in die Architektur eingeflossen. Der Eingang fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein und fällt nicht auf. 

Den weiteren Nachmittag verbringen wir inmitten modernster Bauten. Das Aker Brygge Quartier ist im Moment im Umbruch und wird komplett neu gestaltet. Genauso wie das Gelände rund um die Oper. Die alten Hafenanlagen werden seit etwa 2003 durch neue Nutzungen ersetzt. Die Vielfalt der architektonischen Kreativität ist beeindruckend. Vieles gefällt, bei anderen Bauten fragen wir uns, wie die wohl in 10, 20 Jahren aussehen werden. Die Umgestaltung dauert noch bis ungefähr 2019. Es lohnt sich sicher, bald wieder nach Oslo zu reisen und die neuen Gebäude anzuschauen. 

Es werden viele Wohnbauten erstellt. Wobei das wohl nicht der soziale Wohnungsbau ist. Eine 106 m2 grosse Wohnung mit 3 Zimmern kostet um die 10 Mio. Norwegische Kronen. Das sind umgerechnet über 1.5 Mio. Schweizer Franken. Wenn wir das mit den Preisen für Häuser im hohen Norden Norwegens vergleichen, ist das ein Quantensprung nach oben. 

Bei einem Kaffee überlegen wir uns, wie sich wohl die top gestylten und geschniegelten jungen Leute, die hier wohnen und arbeiten, mit den samischen Rentierhirten im Norden von Norwegen verstehen würden. Die Gegensätze, die wir in den letzten 3 Monaten gesehen haben, sind enorm. 

Das Wetter hat sich heute am Morgen nass gezeigt, dann wurde es je längers je besser. Die Temperatur rutschte hingegen in den Keller. 6 Grad sind erfrischend frisch. Nach den 19 Grad von vorgestern.


Aker Brygge - Neubauten

Dienstag, 24. September 2013

20 Kilometer Bilderbuch

Stadtrundgang in Oslo. Abends hatten wir müde Beine und 20km in den Schuhsohlen. Plus viele tolle Eindrücke im Kopf gespeichert. Zuerst geht es gen Schloss. Per Zufall treffen wir die Wachablösung. Die ein wenig speziell ist. Die Schlosszufahrt wird renoviert. Die Wachablösung findet vorübergehend neben dem Schloss auf einem ganz kleinen Kiesplatz statt. Als Zuschauer ist man mittendrin und auf Tuchfühlung mit den Soldaten. 

Bei der Stadtwanderung gibt es alle paar Meter neue Eindrücke und viele farbige Bilder. Sogar Weisswangengänse sehen wir. Die funktionieren fast wie Rasenmäher und ernähren sich von Gras und anderem Grünzeug. 

Oslo unterscheidet sich markant von anderen norwegischen Städten. Grosse, zum Teil prunkvolle Bauten sind zu sehen. Holzhäuser sind selten, meist wird in Stein, Beton und neuer in Metall und Glas gebaut. Alles ist tadellos herausgeputzt und wird gut unterhalten. Was sich an der Zahl der Baustellen zeigt. Da kann sich Oslo mit Zürich messen ;-). 


Eindrücke aus Oslo
Die Skulpturen von Gustav Vigeland im Vigeland-Skulpturenpark sind speziell und sehenswert. Das schöne Herbstwetter ist prächtig und man sieht die Leute die Sonne geniessen. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und finden es beeindruckend, wie lebensecht Gustav Vigeland die Skulputuren aus dem Stein gehauen hat. Es gefällt uns nicht alles. Die Auswahl ist mit 212 Skulpturen aber gross genug.


Eindrückliche Skulpturen von Gustav Vigeland
Später gehen wir zurück in unsere Wohnung. Vorher kommen wir am Opernhaus vorbei. Das ist das Gebäude, auf das man gehen kann. Und wie. Das ist wirklich der Hammer. Und die Architekten haben ihre Preise, die sie für diesen einmaligen Bau erhalten haben, wirklich verdient. Die Abendsonne trägt ihren Teil zu schönen Fotos bei. Wir freuen uns auf die Führung am Mittwoch. Wir konnten zum Glück Billette buchen. Die Führungen sind sehr begehrt und oftmals ausgebucht. 


Opernhaus Oslo von Aussen und von Innen
Beim Eindunkeln mache ich mich auf eine kurze Fototour durch das Neubauquartier, in dem wir wohnen. Die neuen Häuser sind hoch und sehenswert. Uns gefällt, was die Architekten ausgeheckt haben. Auf Grund von Fotos sieht man, wie die Gegend vor rund 14 Jahren ausgesehen hat. Vermutlich werden die Bauarbeiten bis in 3 oder 4 Jahren abgeschlossen sein. Oslo wächst im Moment sehr schnell, was man an den vielen Neubauten sehr gut sehen kann. 


Neubauviertel bei der Oper in Oslo