Donnerstag, 8. August 2013

Trondheim à la Miniature

Nyksund, ein kleiner Ort mit einer interessanten Geschichte, liegt um die Ecke. Wir nutzten eine trockene Phase am Nachmittag zwischen den sich jagenden Regenschauern für einen Besuch. Nyksund liegt am Ende einer rund 11 km langen Schotterstrasse. Diese führt direkt dem Atlantik entlang und bietet spannende Ausblicke. Vor allem bei der einen oder anderen Kurve hat man das Gefühl, direkt gen Wasser zu steuern.

Wir wurden mit dramatischen Stimmungen belohnt. Sonne und Wolken spielten mit. Dazu fanden wir mindestens zwei Essensadressen, von denen wir morgen Freitag am Abend wohl eine ausprobieren werden. Bloss ein paar Häuser hat der Ort, aber was braucht es mehr, wenn die Eindrücke stimmen? Im Gegensatz zu Trondheim sind die Häuser noch im alten Zustand erhalten und nicht durchgehend auf Neu getrimmt. 

Nyksund

Norwegische Wassermelonen?

Mittwoch, 7. August 2013

Heja Volvo - und Norwegisch für Anfänger

Heute Abend vor unserer Wohnung in Stø. Wo ist denn hier die Versammlung der Volvofahrer?


Und die geneigten Leserinnen und Leser sehen es - es ist nass und trüb
Nach all den schönen Tagen nutzten wir den trüben Tag zum Arbeiten und um die nächsten Tage zu planen. Denn mit dem Wochenende endet die Zeit der vorgeplanten Buchungen. Die Hochsaison ist vorbei. Ab jetzt können wir spontan irgendwo eine Unterkunft buchen. Da das Wetter wieder schön wird, steht auch zelten auf dem Programm.  

Auf der Reise ist uns aufgefallen, dass es hier in jedem grösseren Ort ein so genanntes "Legesenter" gibt. Wir rätselten, ob die Norwegerinnen viele Kinder gebären und das Gebärstationen sind. Die "Legesenter" liegen immer im Ort. Also fällt der mit den Hühnern, die Eier legen, weg. Ein Blick ins Wörterbuch belehrte uns dann: ein "Lege" ist ein Arzt. Und es handelt sich um die örtlichen Gesundheitscenter, wo zum Beispiel die Ärzte ihre Praxen haben. Und noch was. Wo "Tannlege" draufsteht, ist kein Förster mit einer Motorsäge drin. Sondern ein Zahnarzt.  

Dienstag, 6. August 2013

Bilder von der Walfahrt & Tour mit Atlantikblick

Den einzigen Kartenleser im Umkreis von 50 km gefunden und gekauft. Jetzt kann ich meine Fotos wieder bearbeiten :-). Trotz Defekt am USB-Stecker meiner Kamera. Somit sind die Eindrücke von der gestrigen Walfahrt jetzt im Blog. Ein paar Impressionen findet ihr unter diesem Link (er geht auf den Blogeintrag vom Walfahrttag). 

Zum heutigen Dienstag: 

Der Wetterbericht sagt Regen an ab Mittag. Nun gut: früh aufstehen und am Mittag wieder zurück sein. Der Wecker beübt uns 40 Minuten lang. Immer erst nach Mitternacht ins Bett - wir können einfach die wunderschönen Abendstimmungen nicht lassen - so schaffen wir es kaum, richtig wach zu werden. 

Um 7 Uhr wandern wir direkt in Stø los, es geht der Atlantikküste entlang und die ersten Wolken sind schon da. Wir wissen nicht viel über den Verlauf der Tour, aber dass Königin Sonja von Norwegen hier schon gewandert ist. Das wird eine easy Tour, was passt zu unserer Müdigkeit. Bis zur ersten Steigung: nein, der Weg führt nicht flach vor dem Berg durch, sondern steigt 200hm an - und hinten wieder runter auf Meereshöhe ins kleine Nyksund. Wir verzichten auf den Abstecher und gehen weiter der Krete entlang. Ein Auf und Ab mit fantastischem Blick auf den Atlantik, vielen kleinen Seelein und am Schluss auf Stø. Bevor es fast senkrecht 400hm nach unten geht.

Eindrücke von unserer Stø Runde
Um 13 Uhr sind wir zurück, staunen über Königin Sonja, die recht bergtauglich gewesen sein muss, über unsere Höhenmeter von gut 900 und - über unser perfektes Timing. Es beginnt nämlich zu regnen!


Montag, 5. August 2013

Schauen, Staunen, freuen & auf und ab über dem Meer

Der heutige Tag ist einmal mehr ein sehr sonniger, nur ab und zu zieht mal ein Wolkenband vorbei. In Stø befinden wir uns etwas über dem 69. Breitengrad. Kaum zu glauben kommt man derart ins Schwitzen bei einem Aufstieg auf 350 müM und das mit kurzen Hosen. Gabi hat sich entschieden in die Höhe zu steigen, die Gefahr seekrank zu werden ist zu gross. Der Myrtinden, der Hausberg von Myre, bietet eine Prachtsaussicht auf das Sumpfland in der Umgebung von Myre, die Berge der nahen Inseln, die Fjorde und den offenen Atlantik. Herrlich!


die Eindrücke von Gabi heute 

Vögel, Seehunde, Wale. Das heutige Tagesprogramm von Urs versprach Spannung. Ab Stø bin ich auf einem Walbeobachtungsboot in See gestochen. Gabi wollte wie erwähnt keine Fische füttern und blieb an Land. Eine kurze Einführung in die zu erwartende Tierwelt war spannend. Wieso es hier Wale hat? Weil es im Meer eine rund 2km tiefe Schlucht hat. Rundherum ist das Wasser "nur" um die 500m tief. Die Strömung drückt abgestorbene Biomasse aus der Schlucht nach oben. Verbunden mit dem vom Golfstrom warmen Wasser (wobei das relativ ist: jetzt ist das Wasser ca. 10 Grad "warm") und fast 24 Std. Licht pro Tag, gibt das viel Nahrung für Fische wie Dorsch, Hering und mehr. Das wiederum zieht die Wale an. Und die Touristen. Die Führer an Bord sind alles Meeresbiologen. Sie wissen viel und geben das an die Gäste weiter. Rund 50 Personen sind mit dabei. Es hat genug Platz, auch zum Fotografieren.


Das Meer ist zu Beginn sehr ruhig. Die Sonne scheint. Perfekte Verhältnisse. Was mir gefällt. Ich schlucke sicherheitshalber Tabletten gegen Seekrankheit. Sicher ist sicher. Und siehe da: später gab es Wolken und der Wind frischte auf. Was mehr Wellen produzierte. Es war aber in Ordnung.


Kurz nach dem Auslaufen ein kurzer Stopp an der Insel Anda. Einem Vogelschutzgebiet. Hier nisten zum Beispiel über 15’000 Papageientaucher. Bloss waren die heute im Ausgang oder in der Luft. Die Vögel sind relativ klein. Das Schiff bewegt sich. Und so gibt es wohl kein schlaues Foto von den Viechern. Ich muss versuchen, sie mal an Land zu treffen. Dafür hielten die Kormorane still und den Seehunden war das Schiff ebenfalls egal. Die Möven haben wir in Stø frei Haus. Eine kleine Kolonie brütet im Dorf. Tausende von Verwandten nisten draussen auf der Insel.


Zur Schlucht fahren wir 2 Std. Wo es Pottwale hat. Ich bin extrem gespannt. Hier oben im Nordmeer gebe es ca. 400 Pottwale. Alles ältere Männchen. Die Damen ziehen es vor, im warmen Wasser in Äquatornähe zu baden. Nur die harten Männer lieben es eisig. Nach einigen Jahren, wenn sie vom vielen Fisch hier oben kräftig und dick sind, schwimmen die Männer ebenfalls gen Süden.



Und schlussendlich fand es statt. Das Gipfeltreffen der drei Beobachtungsboote. Zwei aus Andenes und unseres. Mit Sonar lauschen die Kapitäne,  wo die Wale stecken. Und finden sie zielsicher. Zwei der Tiere waren da. Bald sahen wir einen der Pottwale blasen. Und einige Minuten später holte er Anlauf um zu tauchen. Der Moment, auf den wohl 150 Leute warteten. Dann hält der Wal die Schwanzflosse in die Luft und taucht. Und es geschah: Flosse in die Höhe, die Fotoapparate klickten und der Wal war weg. Nicht einfach, ein Bild zu schiessen. Denn das Schiff schaukelte auf den Wellen. Die Andenes Fraktion entschwand dann gen Festland. Unser Boot wartete den Tauchgang des Wals ab. 45 Minuten später kam er wieder hoch. Dasselbe Schauspiel noch einmal. Schön anzusehen und eindrücklich. Ist das Tier doch ein Riesenteil. Nach einigen Minuten blasen tauchte der Wal wieder. Und wir drehten ab und fuhren nach Stø zurück. Der ganze Trip dauerte rund 8 Stunden. Trotz Schaumkronen auf den Wellen spürte ich keinerlei Übelkeit. Super. Ich glaube, so eine Unternehmung mache ich wieder einmal. 

Der unschöne Teil des Tages kam dann nach der Rückkehr. Als ich feststellte, dass meine Kamera eine Störung hat. Der USB-Anschluss stellt sich tot. Da ich keinen Kartenleser mit dabei habe, komme ich nicht an meine Aufnahmen der Vögel, Seehunde und dem Wal. Der Ärger ist gross. Ich werde versuchen, am Dienstag in Myre, dem grösseren Ort hier in der Nähe, einen Kartenleser zu beschaffen. Ich hoffe, die CF-Karte lasse sich dann lesen. Damit ich meine Bilder verarbeiten kann. Wenigstens kann ich weiter fotografieren mit meiner digitalen Spiegelreflex. Die Reparatur muss dann warten bis zur Rückkehr in die Schweiz. 


Und oh wunder. Ich habe den wohl einzigen Kartenleser im Umkreis von 50 km gefunden und gekauft. Somit komme ich wieder an meine Bilder! 



Impressionen von der Walfahrt


Einen Pottwal haben wir gesehen. Auf dem Bild oben links bläst der Wal aus; rechts sieht man schön das Atemloch an der linken, vorderen, Seite des Kopfes. Unten links die Finne (Rückenflosse) und unten rechts die Schwanzflosse 
Ein Film von 22 Sekunden mit Papageientauchern in der Hauptrolle findet sich hier: Kurzfilm Papageientaucher

Sonntag, 4. August 2013

Am Ende ...

... der Insel Langøya auf den Vesterålen, genauer in Stø, sind wir heute Abend eingetroffen. Hier bleiben wir 1 Woche. Logis ist eine nette, kleine Wohnung direkt am Hafen. Das kleine Fischerdörfchen liegt zuoberst auf der Insel, direkt an der Atlantikküste. Die Szenerie ist pittoresk. Von hier stechen Walbeobachtungsschiffe in See. Vor dem Hafen liegt das Anda Naturschutzgebiet, mitten im Meer. Dort lebt eine Seehundkolonie und es gibt Tausende von Vögeln. Papageientaucher, Seeadler, Kormorane, und vieles mehr. Ein wahres Naturparadies. Nicht gar so bekannt wie Andenes. Und deshalb ruhiger :-). Das Wetter verbesserte sich am Nachmittag fortlaufend. Am Abend war es fast wolkenlos sonnig und herrlich. Die Fotos aus Stø sprechen Bände. 

Eindrücke aus Stø

Der "Fisch" ist aus Holz - herrlich, was die Natur so formt ...

Trudy und Jürg wollten heute durch den Trollfjord fahren. Der Wetterbericht verhiess das passende Wetter dafür. So besuchten wir, da es am Morgen regnerisch war, das Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes. Vor dem Museum trafen wir Carmen und Hans. Schneeschuhkollegen, die in Abisko am Geburtstagsfest ebenfalls mit feierten. Das Museum ist empfehlenswert. Die Geschichte der Hurtigruten wird eindrücklich geschildert. Und man versteht, wieso die Schiffslinie als Lebensader Norwegens bekannt ist. 

"Nordnorge" - auf diesem Schiff sind Trudy und Jürg

Jürg und Trudy stachen anschliessend mit der "Nordnorge" in See und fuhren via Trollfjord retour nach Svolvær. Wir machten uns Richtung Stø auf den Weg. Nicht ohne das Schiff mit Trudy und Jürg kurz nach Stokmarknes zu fotografieren. Wie sie uns mitteilten, war die Fahrt auch für sie sehr eindrücklich. Die Verhältnisse passten und die Seeadler flogen. 


Samstag, 3. August 2013

Pirouetten im Trollfjorden

Was die "MS Kong Harald" zustande bringt kann die "MS Nordkapp" schon lange...

Nachdem wir uns von den Eindrücken des gestrigen Sonnenuntergangs erholt haben, besteigen wir den Linienbus Richtung Stokmarknes, einmal mehr bei - strahlendem Sonnenschein. Auf dem Weg mit dem Bus auf die Fähre, ein kurzes Stück Küstenstrasse noch auf der Insel Hadseløya und dann sichten wir bereits die "MS Nordkapp", eines der Schiffe der Hurtigruten.

Auf dem Weg zurück nach Svolvær befährt sie während der Sommermonate den Trollfjorden. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, zumal es für uns beide die erste Fahrt mit der Hurtigruten ist und für Gabi gar die erste Fjordfahrt. Bereits die Strecke durch den 26 km langen Raftsundet ist sehenswert wegen seiner Engstellen: passt das Schiff da vorne wirklich durch? Da ist ja noch dieses Inselchen im Weg?

Dann wird's noch enger: die Einfahrt in den 2.3km langen Trollfjorden ist nur 100m breit, die Felswände ragen teilweise über 1000m über die Meereshöhe. Ein grandioses Erlebnis! Nach kurzer Zeit ist das Ende des Fjords erreicht, zu dem nur ein längerer Fussmarsch führt. Die "MS Nordkapp" wird gewendet und - dreht nochmals eine Pirouette als Extraeinlage. So schön, und so nah an den grünbewachsenen Felshängen!

Trolle haben wir keine gesehen, hätte ja im Trollfjorden sein können. Dafür gab es einen Seeadler auf Fischfang zu beobachten. Ob er den Fisch wirklich erwischt hat - dies wissen nur die Trolle...


Der Trollfjord ist wirklich eng


"Verfolger" des Hurtigrutenschiffs "Nordkapp"


Und am Abend bei der Ankunft in Svolvær die Überraschung: Trudy und Jürg erwarteten uns am Hafen. Sie übernachten 1 Nacht bei uns. Da alle Unterkünfte voll sind. Und beziehen morgen, wer weiss, vielleicht das Rorbuer wo wir heute drin sind? Wir sind gespannt. 

Freitag, 2. August 2013

Besuch bei den Nachbarn

Am 1. August fuhren wir so quasi in die Nachbarschaft. Ein Freund, den wir aus der Schneeschuhgruppe kennen, feierte in Abisko (Schweden) seinen 50. Geburtstag. Und wir durften mitfeiern. Gleichzeitig trafen wir weitere Freunde aus der Schweiz. Ein kurzweiliger, schöner, abwechslungsreicher und kulinarisch feiner Anlass. Und wir konnten endlich das erste Mal im Zelt übernachten! 

Unser Hilleberg - in seiner Heimat 


Abendstimmung in Abisko
Auf der Rückfahrt am Freitag wurden wir vom schönen Wetter verfolgt. Kurzentschlossen besuchten wir die Stadt Narvik. Und gondelten auf das Narviksfjell. Die Aussicht auf die Stadt und die Umgebung war grandios!


Eindrücke aus Narvik 

Der weitere Rückweg nach Svolvær zog sich in die Länge. Das Wetter war so schön, wir "mussten" dauernd Fotostopps einlegen. Schlussendlich waren wir um Mitternacht mit rauchenden Speicherkarten unserer Fotoapparate zurück im Rorbuer. Bereits jetzt können wir sagen: Auf den Lofoten hat uns das Wetter bis jetzt extrem verwöhnt!


Einfach kitschig schön