Montag, 12. August 2013

300 km, 2 Kaffee, 1 Ladegerät und ein Ausfall

Gestern Nacht, nach dem Blogschreiben. Der Schreck: Wo ist mein Ladegerät für das Notebook? Jedenfalls nicht dort, wo es sein sollte. Nach kurzem Überlegen die Erkenntnis: Das Teil hängt an der Steckdose. Die ist in Stø. Und Stø ist 150 km weit weg. Die Freude war mässig. Somit heute statt ausschlafen früh aufstehen, ins Auto sitzen und retour nach Stø. 300 km, 2 Statoil-Kaffees und rund 5 Stunden später war das Netzteil in Andenes. Ich hoffe, das passiere mir nicht nochmals.

Gestern entdeckten wir in Andenes einen Aushang. Papageientauchersafari in Bleike war das Thema. Das Wetter hätte heute schön sein sollen. Es war dann trüb. Wir entschieden uns, die anderthalbstündige Fahrt mit einem kleinen Fischerboot anzutreten. Und es hat sich gelohnt. Fotografisch weniger, da ich wie ihr wisst, kein Weltraumteleskop habe. Aber vom Schauen her war es super. Bis zu 6 Seeadler zusammen in der Luft, Hunderte von Papageientauchern pfeilten durch Luft und Wasser. Kormorane dekorierten die Felsen, Austernfischer spazierten auf und ab und auch die obligaten Möven in diversen Ausführungen fehlten nicht. Wir erwischten einen der letzten Tage, an denen die Papageientaucher noch hier sind. Bald ziehen sie für 8 Monate auf's offene Meer. Gabi und mir hat es gefallen.

Ausschnittsvergrösserter Papageientaucher (deshalb ein wenig unscharf)

Bleike bei so genanntem Strichwetter


In Andenes zurück standen wir für die Fährüberfahrt nach Gryllefjord an. Wenige Autos. Und bald ein Mann, der mit einer Tafel rumging. Die Fähre fuhr wegen einer technischen Störung nicht. Dumm. Denn es gibt bloss zwei am Tag (Nachsaison). Morgens und Abends. Meine Nachfrage beim Kapitän ergab, dass die technische Störung nicht wirklich stimmte. Sein zweiter Steuermann war krankheitsbedingt ausgefallen. Der aufgebotene Ersatz wird erst in der Nacht eintreffen. Somit darf er nicht fahren. Tja. Dumm gelaufen. Wir zurück von dort wo wir herkamen, das Rorbuer-Zimmer wieder buchen (dasselbe) und somit starten wir am frühen Dienstagmorgen einen neuen Versuch. Die Alternative wäre, rund 400 km runter- und raufzufahren. Nicht wirklich spassig. Dafür nutzten wir die Zeit, um die nächsten Tage in der Region Tromsø zu planen.

Sonntag, 11. August 2013

Velorennen & Walprogramm (aber 100%)

Stø ade hiess es heute. Nach einer Woche zogen wir weiter. Andenes war das Ziel. Und nochmals Wale beobachten. Denn der 1. Versuch war zwar eindrücklich, aber besser geht es schon. Kaum hatte ich die Walfahrt gebucht, wurden wir auf der Strasse ausgebremst. Die einzige Brücke, welche auf die Insel führt, auf der Andenes liegt, war von 12.00 bis 14.00 Uhr gesperrt. Grund dafür war das Velorennen "The Arctic Race of Norway". Dank Verhandlungsgeschick mit einem Polizisten gelang es mir, bereits um 13.00 Uhr über die Brücke "zu huschen". Er liess mich als einzigen Autofahrer hinter dem Rennfeld rüberfahren. So erreichten wir am Ende Andenes rechtzeitig.

Die Walsafari war dann einmalig eindrücklich. Wir sahen 3 Pottwale. Und so nahe, man konnte sie blasen hören. Genial. Eine kleine Auswahl an Bildern findet ihr hier. Plus einen kurzen Film eines abtauchenden Wales. Die Aufnahmen sind im Vergleich zu denen der 1. Walfahrt x-mal schöner. Auch dank der Sonne, die vom Himmel strahlte. 


Blasende Pottwale

Ein tauchender Pottwal



Kurze Filmsequenz mit Pottwal


Gabi erkundete in der Zwischenzeit die Küste von Andenes und genoss das tolle Wetter. Und nicht zuletzt suchte sie für uns eine Unterkunft für die Nacht. Die sie fand. Eine nette Bleibe neben dem Hafen von Andenes. Gemütlich und alles ist da, was wir brauchen. 


Andenes - Impressionen

Samstag, 10. August 2013

Adrenalinkick mit Powerhiking

Ja, heute war ein spannender Tag. Zuerst früh (05.30 Uhr) aufstehen. Um das Expressboot auf die Insel Skogsøya zu erwischen. Das hat geklappt. Auf der Insel war der Plan, auf den höchsten Berg zu steigen. Den Stigkollen (707m). Das hat auch geklappt. Aber wie. Der Aufstieg war ein ziemlicher Adrenalinkick. Die Wegspuren (zum Glück mit Markierungen) gingen schlicht gerade den Berg hinauf. Auf grösseren Strecken mussten wir die Hände zu Hilfe nehmen und uns teilweise an Birkenbüschen festhalten. Echt grenzwertig und wir waren froh, als wir oben waren. Gemäss Karte gibt es noch einen anderen Weg. Den wollten wir runtergehen. Bloss: wo ist er denn? Vermutlich irgendwo verschwunden. Somit mussten wir unsere Diretissima wieder runter. Was dann erstaunlich gut klappte. 


Kein Witz: 700 Höhenmeter einfach gerade rauf - teilweise fast senkrecht 


Panorama kurz unterhalb des Gipfels - der "Chrampf" hat sich gelohnt 

Unten am Meer angekommen, gab es eine Pause. Bis ich den Fahrplan für das Expressboot las. Da brach kurz Hektik aus und wir machten Powerhiking zum Schiffsanleger. Um dann zu merken, dass heute ja Samstag ist und das Schiff um die Zeit gar nicht fährt. Super! 4 Stunden Wartezeit. Was tun? Logisch: weiter gehen. Ins hinterste Eck der Insel. Wo es vermutlich das einzige Kaffeehaus gibt. Wenn es denn nicht, wie heute, geschlossen ist wegen einer Hochzeitsgesellschaft. Der Wirt war sehr nett und gab uns gratis Kaffee und Tee aus. Verbunden mit der Info, dass heute die norwegische Königin Sonja auf den Berg Øksnesheia gewandert sei. Ob das stimmt? Der Wirt insistierte jedenfalls, als ich meine Zweifel äusserte. Ihr erinnert euch an einen anderen Blogeintrag, in dem die ca. 75-jährige Dame vorkam? Ebenfalls als Wanderin. Weiter seien heute von Bergläufern 4 Elche gesichtet worden. Auf der Insel leben rund 50 Stück der Viecher. Plus Rentiere. Wir hingegen sahen einen Seeadler seine Kreise drehen und scheuchten im Aufstieg ein paar Birkhühner und oben ein paar Schneehühner auf. 

Jep, was ist nun mit den 4 Stunden? Wir legten uns bei der Kirche ins Gras. Kurz darauf kam das Expressboot, welches eigentlich in die falsche Richtung fuhr. Nochmals wurden wir kurz hektisch, packten alles zusammen, stiegen spontan zu und es hat sich gelohnt! 3 Stunden lang schipperten wir durch Fjorde, hatten wunderbare Aussichten auf die Berge der Vesterålen und genossen die Fahrt. Noch selten waren wir so froh, einen Fahrplan falsch gelesen zu haben. 


Und was wir sonst noch so sahen heute 



Freitag, 9. August 2013

Vogeljagd und kulinarischer Halt

Gestern Nyksund, heute Nykvåg. Besuch eines kleinen Ortes unten an der Westküste der Vesterålen. Angeblich gibt es dort Vogelfelsen und man kann die Vögel auch ohne Boot fotografieren. Nun ja. Das ist sicher so. Nämlich dann, wenn man ein Weltraumteleskop oder so hat. Ansonsten sieht man zwar aus der Ferne Felsen mit Kormoranen drauf. Die sind aber doch zu weit weg. Tja. Dafür hockte heute ein Seeadler auf einem Stein und wurde zum Fotoobjekt. Singschwäne fanden wir, zum Abschluss einen Fischreiher und auch die obligaten Austernfischer waren unterwegs. Über alles gesehen ein landschaftlich schöner Ausflug in ein Nest, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Oder eher Schwan und Schaf? 


Vogelwelt in Nykvåg - mit Schafen 

Am Abend fuhren wir auf dem Heimweg wieder raus nach Nyksund. Dort, wo wir gestern ein Restaurant fanden, das uns spontan gefiel. Heute assen wir dort einen feinen Znacht. Trudy: Es war superfein! Die Bilder sprechen Bände. 


Kafe Restaurant Ekspedisjonen in Nyksund - man isst dort sehr gut!

Donnerstag, 8. August 2013

Trondheim à la Miniature

Nyksund, ein kleiner Ort mit einer interessanten Geschichte, liegt um die Ecke. Wir nutzten eine trockene Phase am Nachmittag zwischen den sich jagenden Regenschauern für einen Besuch. Nyksund liegt am Ende einer rund 11 km langen Schotterstrasse. Diese führt direkt dem Atlantik entlang und bietet spannende Ausblicke. Vor allem bei der einen oder anderen Kurve hat man das Gefühl, direkt gen Wasser zu steuern.

Wir wurden mit dramatischen Stimmungen belohnt. Sonne und Wolken spielten mit. Dazu fanden wir mindestens zwei Essensadressen, von denen wir morgen Freitag am Abend wohl eine ausprobieren werden. Bloss ein paar Häuser hat der Ort, aber was braucht es mehr, wenn die Eindrücke stimmen? Im Gegensatz zu Trondheim sind die Häuser noch im alten Zustand erhalten und nicht durchgehend auf Neu getrimmt. 

Nyksund

Norwegische Wassermelonen?

Mittwoch, 7. August 2013

Heja Volvo - und Norwegisch für Anfänger

Heute Abend vor unserer Wohnung in Stø. Wo ist denn hier die Versammlung der Volvofahrer?


Und die geneigten Leserinnen und Leser sehen es - es ist nass und trüb
Nach all den schönen Tagen nutzten wir den trüben Tag zum Arbeiten und um die nächsten Tage zu planen. Denn mit dem Wochenende endet die Zeit der vorgeplanten Buchungen. Die Hochsaison ist vorbei. Ab jetzt können wir spontan irgendwo eine Unterkunft buchen. Da das Wetter wieder schön wird, steht auch zelten auf dem Programm.  

Auf der Reise ist uns aufgefallen, dass es hier in jedem grösseren Ort ein so genanntes "Legesenter" gibt. Wir rätselten, ob die Norwegerinnen viele Kinder gebären und das Gebärstationen sind. Die "Legesenter" liegen immer im Ort. Also fällt der mit den Hühnern, die Eier legen, weg. Ein Blick ins Wörterbuch belehrte uns dann: ein "Lege" ist ein Arzt. Und es handelt sich um die örtlichen Gesundheitscenter, wo zum Beispiel die Ärzte ihre Praxen haben. Und noch was. Wo "Tannlege" draufsteht, ist kein Förster mit einer Motorsäge drin. Sondern ein Zahnarzt.  

Dienstag, 6. August 2013

Bilder von der Walfahrt & Tour mit Atlantikblick

Den einzigen Kartenleser im Umkreis von 50 km gefunden und gekauft. Jetzt kann ich meine Fotos wieder bearbeiten :-). Trotz Defekt am USB-Stecker meiner Kamera. Somit sind die Eindrücke von der gestrigen Walfahrt jetzt im Blog. Ein paar Impressionen findet ihr unter diesem Link (er geht auf den Blogeintrag vom Walfahrttag). 

Zum heutigen Dienstag: 

Der Wetterbericht sagt Regen an ab Mittag. Nun gut: früh aufstehen und am Mittag wieder zurück sein. Der Wecker beübt uns 40 Minuten lang. Immer erst nach Mitternacht ins Bett - wir können einfach die wunderschönen Abendstimmungen nicht lassen - so schaffen wir es kaum, richtig wach zu werden. 

Um 7 Uhr wandern wir direkt in Stø los, es geht der Atlantikküste entlang und die ersten Wolken sind schon da. Wir wissen nicht viel über den Verlauf der Tour, aber dass Königin Sonja von Norwegen hier schon gewandert ist. Das wird eine easy Tour, was passt zu unserer Müdigkeit. Bis zur ersten Steigung: nein, der Weg führt nicht flach vor dem Berg durch, sondern steigt 200hm an - und hinten wieder runter auf Meereshöhe ins kleine Nyksund. Wir verzichten auf den Abstecher und gehen weiter der Krete entlang. Ein Auf und Ab mit fantastischem Blick auf den Atlantik, vielen kleinen Seelein und am Schluss auf Stø. Bevor es fast senkrecht 400hm nach unten geht.

Eindrücke von unserer Stø Runde
Um 13 Uhr sind wir zurück, staunen über Königin Sonja, die recht bergtauglich gewesen sein muss, über unsere Höhenmeter von gut 900 und - über unser perfektes Timing. Es beginnt nämlich zu regnen!