Sonntag, 25. August 2013

Hallo Taiga

Nach dem Aufstehen ein Blick aus dem Hüttenfenster. Draussen zieht eine Herde Rentiere vorbei. Beim Aufstieg bei der Bergtour zieht ein Seeadler seine Kreise über uns. Die Birkenbüsche der letzten Woche sind plötzlich Birkenbäume. Heute Abend, auf der E6 nach Alta, treffen wir verschiedene Male Rentiere auf oder direkt neben der Fahrbahn an. Am Strassenrand sind die Elchwarnschilder mit Rentierwarnungen ergänzt. Und ganz neu wird vor Hundegespannen gewarnt. Wir sind, wenn wir uns nicht schwer täuschen, wirklich im hohen Norden angekommen. Und heute, in der Gegend von Alta, bleiben die Birkenwälder hinter uns. Sie sind durch Kiefernwälder ersetzt worden. Die Taiga ist da. Ach ja: und die Touristen sind seit gut 1 Woche einfach weg. Wir sehen nur noch selten Leute auf Achse. 

Auf dem Weg nach Alta bogen wir in Altleidet ab. Zwei Gipfel warteten auf uns. Zuerst der Lasletind (819 MüM) und ein wenig weiter hinten der Olderbakktind (895 MüM). Wir hatten spezielles Wetter heute. Schön, aber total dunstig. Und so um die 16 bis 19 Grad warm. Viel zu warm für die Gegend und die Jahreszeit. Wir packten die kurzen Hosen aus :-). Vom Olderbakktind hat man eine einmalige Aussicht auf diverse Fjorde. Vor allem aber auf den Øksfjelljøkulen. Einen gewaltigen Gletscher mit einer Zunge, die fast bis ins Meer runterkommt. Die diesige Sicht heute war ein wenig einschränkend. Die Aussicht aber trotzdem superschön. 

Kurz vor Alta dann wieder mal ein Infrastrukturprojekt der Norweger. Einige Kilometer Strasse werden ersetzt durch eine gewaltige Brückenkonstruktion und nachfolgend mehrere Tunnels. Weitere Kilometer lang sprengen sich die Bauleute durch Felswände, um die neue Strasse gerader und flacher ins Gelände zu legen als die heutige Route. 

Heute und Morgen sind wir in der Gargia Fjellstue. Rund 25 km südlich von Alta. Mitten in der Pampa, sehr schön und ruhig gelegen. Und wegen dem heutigen Wetter: Die Besitzerin hat sich über das Wetter beklagt. Es sei viel zu warm. Sie könne mit ihren Schlittenhunden nicht für die kommende Rennsaison trainieren und müsse warten, bis es kühler werde. 

Übrigens: Der Wirt heute Morgen hat uns mit einem feinen Zmorge, nur für uns zwei, überrascht.



Samstag, 24. August 2013

Beeren auf Eis

Der heutige Besuch des Lyngsdalen barg eine feine Überraschung. Wir trafen eine reich gedeckte Beerentafel an. Zuerst begrüssten uns beim Aufstieg jede Menge wilder Himbeeren. Die Früchte waren süss und sonnenwarm. Wir sammelten und assen fast 3/4 Stunden lang feinste Beeren. Ein wenig weiter oben sahen wir Norweger mit Kübeln rote Beeren sammeln. Wir schauen genauer hin und sehen: alles ist voller reifer Preiselbeeren. Davon probierten wir ebenfalls. Und als dritte Beerenvariante gab es die obligaten Heidelbeeren. Ob das Tal eher Beerental denn Lyngsdalen heissen sollte? Am Ende des Tales bot sich ein prächtiger Blick auf mehrere Gletscher und deren Zungen, die bis ins Tal kommen. Es wurde klar, wieso die Lyngenalpen für Bergwanderungen nur eingeschränkt zugänglich sind. Die Zahl der Gletscher ist gross, die Berge sind steil. Das Tal selber ist wunderschön. Vor allem bei dem Sonnenschein, den wir heute hatten. Beim Herbstbeginn Sonne und 15 Grad. Das lassen wir uns gefallen. 

In Lyngseidet, wo wir im schönen Appartement übernachteten, stellten wir gestern fest: das ist im Winter die Station von Montanara. Mit ihnen gehen wir oft auf Skitour. Sie bieten eine Tourenwoche in den Lyngenalpen an. Und wir logieren aus purem Zufall im Sommer am selben Ort :-). 

Heute Nacht verbringen wir auf dem höchsten Pass in Nordnorwegen, dem Kvænangsfjell. Schwindelerregende 402 MüM. Aber ein Feeling wie auf 2'500 MüM. Draussen wabbert der Nebel, der Wind bläst stark und wir haben eine Hütte, die eher ein Indoorbiwak ist. Gekocht haben wir draussen mit dem MSR-Kocher. Immerhin sollen wir morgen früh ein Morgenessen erhalten. Mal sehen. 


Freitag, 23. August 2013

Wir bewegen uns ...

... weiter gen Norden. Heute haben wir Tromsø verlassen. Vorher fanden wir vor dem Laden, wo Gabi Wolle gekauft hatte, das Velo im Winterkleid. Da friert der Rahmen sicher nicht. Bis Lyngseidet sind wir gekommen. Im Zentrum der Lyngenalpen. Wo wir morgen Samstag eine Wanderung machen wollen. Das Wetter sollte uns freundlich gesinnt sein. Heute war es eher trüb und nass. 

Als Unterkunft sind wir direkt am Fjord untergekommen. Wer hier mal eine Unterkunft sucht: schaut bei Sørheim Brygge, mitten in Lyngseidet, vorbei. 

Die Lyngenalpen lassen uns wohl so schnell nicht los. Wieso nicht mal im Winter für 4 Wochen hier hoch kommen und dann Skitouren machen? Die Gegend ist ein Eldorado dafür. Die Hänge lachen einem sogar im Sommer an. Traumhaft muss das sein. Wenn das Wetter stimmt. 

Auf der Fahrt gen Lyngseidet stellten wir fest, dass sich die Birken seit Sonntag merklich gegen Gelb verfärbt haben. Es wird herbstlich. Und zwar schnell. Wir freuen uns auf die Farben, je weiter wir gen Norden kommen. 




Donnerstag, 22. August 2013

Prost!

Der letzte ganze Tag in Tromsø, bevor wir uns auf die Weiterreise machen. Das Wetter sprach für die Stadt statt für Berge. Das Tromsø Museum war unsere erste Station. Hierhin zogen uns zwei Ausstellungen zur Sami-Kultur. Einmal aus der Sicht, wie 1973 eine Ausstellung gestaltet wurde. Und einmal mit einer Ausstellung aus den 2000-er Jahren. Welche die heutige Lebensweise darstellt. Wir erhielten einen interessanten Einblick in die Kultur des Urvolkes der Samen. In deren Gebiet bewegen wir uns schon seit einiger Zeit. 

Am Nachmittag statteten wir der Brauerei Mack einen Besuch ab. Die nördlichste Brauerei der Welt nennt sie sich. Die Brauerei selber wurde zwar im Herbst 2012 rund 70 km nach Süden in einen Neubau verschoben. Ist aber immer noch weit genug im Norden. Wir waren die einzigen 2 Besucher für die Führung. Und erhielten einen umso interessanteren Einblick in die Firmengeschichte. Die extrem spannend ist. Die Mitarbeiterin lebt so richtig für ihre Firma. Super. 

Zur Führung gehörte das Degustieren von zwei Bieren. Wir hatten Glück und durften ein drittes Bier probieren. Welches erst nächste Woche auf den Markt kommt. Uns schmeckten sie alle drei. In der historischen Ølhalle, der ersten Gaststätte in Tromsø, in der man Bier innerhalb eines Gebäudes trinken durfte, schmeckte das Bier erst recht gut. Bis 1928 durfte das Bier hier oben Sommers und Winters nur draussen getrunken werden. Die Norweger hatten da ihre speziellen Gesetze. Die zum Teil bis heute gelten. So muss die Brauerei per Gesetz auch heute noch ein Weihnachtsbier brauen ... 

Bierige Eindrücke 

Mittwoch, 21. August 2013

Naturparadies in Tromsø

Die Wetterlage lässt keine Bergbesteigungen zu. Warum in die Ferne schweifen, wenn
das Schöne so nah liegt? Gleich oberhalb des Stadtzentrums in Richtung Flughafen ist
dieser See zu finden, in stimmungsvoller Szenerie.


Dienstag, 20. August 2013

Sonne, Regen und Pflanzen in Tromsø

So hat sich Gabi das norwegische Wetter vorgestellt: Sonnig, blauer Himmel, T-Shirt- Temperatur zum einen - auf dem Hinweg. Wind, der die neue Frisur zerzaust, graue Wolken und Regenspritzer zum anderen - auf dem Rückweg vom botanischen Garten. Ein herrlicher zweieinhalbstündiger Stadtspaziergang! 

Der arktisch-alpine botanische Garten ist ein Ausflug wert. Es finden sich Hochgebirgspflanzen von allen Kontinenten, sehr schön angelegt und jede Pflanze akribisch genau angeschrieben. Unglaublich, wie viele verschiedene Enzianarten existieren. Und das Edelweiss aus den Alpen darf natürlich auch nicht fehlen!

Es war viel mehr sonnig als nicht und hat kaum geregnet. Einfach ab und zu mal ein paar Spritzer oder ein kurzer Schauer. So sah es vor dem Fenster heute Abend mal aus (unten rechts).


Montag, 19. August 2013

Sicher gereist

Von Berlin nach Köln bin ich heute Abend sehr sicher geflogen. Mindestens vier Leibwächter für Peer Steinbrück sassen im Flieger. Davon zwei direkt neben mir. Der Kanzlerkandidat eine Reihe weiter vorne. Ich war erstaunt, dass der Mann mit Air Berlin unterwegs ist. Erwartet hätte ich da eher einen Privatflieger. Wobei das mit SPD und volksnah nicht zusammenpassen würde. 

Aus Tromsø habe ich von Gabi vernommen, dass sie ihr neues Strickprojekt gestartet hat. Das Wetter dazu sei passend. Es hat häufig geregnet.